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Trauertreff in Wabern startet: Neues Angebot nach zwei Jahren Pandemie

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Von: Christina Zapf

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Ermöglichen den Trauertreff (früher Trauercafé) in Wabern: von links Pfarrerin Birgit Schacht, Trauerbegleiterin Iris Frank, Christin-Ann Raesch, Koordinatorin der Ambulanten Hospizarbeit des Kirchenkreises Schwalm-Eder, und die Waberner Seniorenbeauftragte Alexandra Vogt-Schultz.
Ermöglichen den Trauertreff (früher Trauercafé) in Wabern: von links Pfarrerin Birgit Schacht, Trauerbegleiterin Iris Frank, Christin-Ann Raesch, Koordinatorin der Ambulanten Hospizarbeit des Kirchenkreises Schwalm-Eder, und die Waberner Seniorenbeauftragte Alexandra Vogt-Schultz. © Christina Zapf

Das Trauercafé in Wabern heißt nun Trauertreff. Nach zwei Jahren Pause aufgrund der Corona-Pandemie soll die Arbeit mit Trauernden weitergehen.

Wabern – Neben dem neuen Namen für das kostenlose Angebot gibt es auch eine neue Leiterin: Trauerbegleiterin Iris Frank aus Wasenberg (Willingshausen) folgt auf Gabriele Poppe aus Kassel, die elf Jahre lang das Trauercafé inhaltlich gestaltete.

Das erste Treffen findet am Donnerstag, 28. April, ab 16.30 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus in Wabern, Wilhelm-Dilich-Straße 12, statt. Unterstützt wird Iris Frank von Christin-Ann Raesch, Koordinatorin der Ambulanten Hospizarbeit des Kirchenkreises Schwalm-Eder, sowie von ehrenamtlichen Mitgliedern des Hospizdienstes Fritzlar. Träger des Trauertreffs sind neben Letzterem auch die Evangelische Kirchengemeinde Wabern-Uttershausen und die Gemeinde Wabern.

Trauertreff in Wabern: Gruppe trifft sich einmal im Monat

Der Trauertreff wird ein Mal im Monat angeboten. „Er soll allen interessierten Trauernden jeden Alters die Möglichkeit geben, ihrer Trauer in geschütztem Rahmen Ausdruck geben zu dürfen und sich gemeinsam austauschen zu können“, sagt Iris Frank, die selbst schon in jungen Jahren ihre Mutter verlor. Die Leitgedanken des Trauertreffs: Trauern dürfen, erzählen können, verstehen lernen und Verständnis erfahren. Zuhören sei eine wesentliche Kompetenz von Trauerbegleitern. Außerdem geben sie den Trauernden Impulse, für Gespräche und regen sie an, mit ihren eigenen Ressourcen das Erlebte zu verarbeiten.

Der Trauertreff stehe allen offen – unabhängig von Weltanschauung, Religion, Nationalität und Wohnort. In der Gruppe sollen Männer und Frauen, die einen geliebten Menschen verloren haben, sich mit anderen, die ebenfalls trauern, austauschen können. Die Trauertreff-Besucher und die qualifizierten Trauerbegleiter seien andere Ansprechpartner als beispielsweise Freunde oder Kirchenvertreter. Schacht hat bei Beerdigungen und bei der Seelsorge punktuellen Kontakt mit Trauernden. Doch ihre Arbeit sei nicht mit dem Angebot des Trauertreffs zu vergleichen.

Dieser biete ganz andere Möglichkeiten, sich mit Trauer zu beschäftigen und einen Weg zu finden, mit ihr zu leben. Der Trauertreff sei als eine Begleitung auf Zeit gedacht. Aber: „Wir begleiten die Menschen, solange es nötig ist, denn Trauer ist individuell und benötigt ihre Zeit“, sagt die 59-Jährige. Die Trauerbegleiterin blickt dem ersten Trauertreff gespannt entgegen. „Wir wissen nicht, wer kommt, wie viele kommen und in welcher Gefühlslage die Menschen sich befinden.“

Trauertreff in Wabern: Lernen ohne einen geliebten Menschen zu leben

Während das Trauercafé bereits um 14.30 Uhr stattfand, beginnt der Trauertreff um 16.30 Uhr. „Wir haben uns für eine spätere Uhrzeit entschieden, um mehr Menschen erreichen zu können“, sagt Frank. Auch Jüngere die noch berufstätig sind, sollen so angesprochen werden. Mit der Umbenennung von Trauercafé in Trauertreff hofft Frank auch, künftig mehr Männer zu erreichen. Bislang nutzten vor allem Frauen das Angebot in Wabern.

Auch wenn Menschen unterschiedlich trauern und viele in der Pandemie dramatische Abschiede erleben mussten, müssten sich letztlich alle der gleichen Aufgabe stellen: Lernen, ohne einen geliebten Menschen zu leben. (Christina Zapf)

Weitere Termine: 2. Juni, 30. Juni, 28. Juli, 25. August, 29. September, 27. Oktober und 24. November.

Anmeldung und Information: Interessierte können sich bei Trauerbegleiterin, Iris Frank, Tel.: 06691/9110345, melden.

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