Viel Medizin an einem Ort

Fragen und Antworten: Betrieb im Waberner Gesundheitszentrum startet diesen Herbst

Noch steht der genaue Termin nicht fest: Im Laufe des Herbstes wird der Betrieb im Waberner Gesundheitszentrum starten. Hier kommen viele medizinische Angebote zusammen.
+
Noch steht der genaue Termin nicht fest: Im Laufe des Herbstes wird der Betrieb im Waberner Gesundheitszentrum starten. Hier kommen viele medizinische Angebote zusammen.

Schon bald erleben die Waberner einen großen Sprung nach vorn, was die medizinische Versorgung in der Gemeinde angeht. Der Betrieb im neuen Gesundheitszentrum soll noch in diesem Herbst starten.

Nach jahrelanger Planung und Zusammenarbeit mit zahlreichen Beteiligten ist Hausarzt Dr. Philipp Klapsing nun auf der Zielgeraden. Fragen und Antworten.

Welches Angebot werden die Waberner im Gesundheitszentrum vorfinden?

Neben der Gemeinschaftspraxis von Dr. Philipp Klapsing und Facharzt für Allgemeinmedizin, Matthias Noll, wird das Haus auch von Mietern genutzt. Sie alle bieten medizinische Versorgung in unterschiedlicher Form an. Mit dabei ist die Tagespflege der Diakonie Wabern, das Therapiezentrum Ziegler sowie die Gesundheit im Hof mit Orthopädietechnik und Hilfsmittelversorgung. Auch ein ambulanter Pflegedienst wird mit einziehen.

Hat das Projekt in die Hand genommen: der Waberner Hausarzt Dr. Philipp Klapsing.

Was wird sich für die Hausarztpatienten verändern?

„Wir haben mehr Räume zur Verfügung, das sorgt dafür, dass der Alltag effizienter ablaufen kann“, erklärt Klapsing. Das bedeute keinesfalls, dass er und seine Kollegen sich weniger Zeit für den einzelnen Patienten nehmen. „Vielmehr werden Wartezeiten verkürzt, weil sich der eine Patient beispielsweise in Ruhe anziehen kann, während der nächste im anderen Raum bereits behandelt wird.“ Insgesamt gibt es sechs Behandlungszimmer und sechs Funktionszimmer in der neuen Praxis.

Außerdem wird die Gemeinschaftspraxis personell aufgestockt. Dr. Carmen Jesberger wird als Weiterbildungsassistentin mitarbeiten, Prof. Dr. Peter Mand stößt ebenfalls zum Team dazu, sie haben jeweils eine halbe Stelle.

Welche Arbeiten stehen jetzt noch an?

Das Gebäude auf der 1370 Quadratmeter großen Fläche, die die Gemeinde vom Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) erworben hat, sieht von außen so gut wie fertig aus, rundherum sind noch einige Bagger am Werk. Unter anderem soll ein Parkplatz mit 35 Stellplätzen entstehen –inklusive E-Lademöglichkeiten. Im Innenbereich fehlt nur noch der Feinschliff. Das werde nun aber ganz schnell gehen, sagt Klapsing. Dann folgt der Umzug der Einrichtungen.

Was sind die baulichen Besonderheiten?

Das Gesundheitszentrum ist architektonisch besonders gestaltet. Es ist in zwei Trakte unterteilt. Im vorderen Bereich werden der ambulante Pflegedienst und die Tagespflege unterkommen. Dieser Trakt ist ebenerdig.

Im hinteren Teil befindet sich die Praxis im Erdgeschoss, oben drüber wird die Physiotherapie einziehen. Natürlich befindet sich zudem ein Fahrstuhl im Gebäude. „Barrierefreiheit ist die absolute Voraussetzung“, sagt Klapsing.

Wie teuer war das Ganze?

In das Zentrum werden drei Millionen Euro investiert – und zwar von Klapsing selbst. Unter anderem fördert das Land Hessen den Bau mit 480 000 Euro. „Auch von der Gemeinde und von zahlreichen anderen Beteiligten haben wir immer viel Unterstützung erhalten“, sagt Klapsing. Die Bauarbeiten haben fast nur regionale Anbieter übernommen.

Warum ist das Gesundheitszentrum ein zukunftsfähiges Projekt?

Klapsing ist sich sicher: „Die klassische Einzelpraxis wird es in Zukunft immer weniger geben.“ Es werde immer mehr in Richtung interdisziplinäre Zusammenarbeit gehen. „Uns geht es darum, ganz basisnah medizinische Grundversorgung anzubieten.“

Vor Ort bräuchten die Menschen die gesundheitliche Versorgung genauso wie einen Supermarkt. Auch für Landärzte sei ein Gesundheitszentrum ein sehr attraktiver Arbeitsplatz. Die Belastungen als einzelner Hausarzt in einer Praxis seien doch viel höher. (Daria Neu)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.