Kampagne in Wabern soll auf 120 Tage verlängert werden

Zuckerfabrik Wabern steht vor härterem Wettbewerb

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Waberner Zuckerfabrik bei Nacht.

Wabern. Die Zuckerrübenbauern in der Region sehen sich gewappnet für den weltweiten Wettbewerb. Wenn im Jahr 2017 die europäische Zuckermarktordnung ausläuft, ändert sich einiges für die Landwirte und die Zuckerfabrik Wabern.

So entfällt die Mindestabnahme für Zucker und Isoglukose. Auch der garantierte Mindestpreis für die Rüben wird abgeschafft. „Es geht dann um das freie Spiel der Kräfte mit Angebot und Nachfrage“, sagt Georg Koch.

„In der Umstellungsphase wird es schwierig“, erklärt der Vorsitzende des Verbandes der Zuckerrübenbauer Kassel. Er geht davon aus, dass sich die Zuckermarktpreise trotz Konkurrenz - etwa aus Brasilien und Thailand - zügig stabilisieren. Koch sieht die Landwirte und das Werk der Südzucker AG in Wabern gut aufgestellt. „Der Rübenanbau bleibt, und die Zuckerfabrik bleibt“, sagt er. Die Weichen für die Zeit nach der Quotenregelung seien gestellt.

Die Südzucker AG plant, die Kampagne im Werk Wabern zu verlängern. Von 70 bis 90 Tage im Jahr soll sie auf 120 Tage ausgedehnt werden. Das Werk möchte mehr Zucker herstellen und die Produktionskosten senken, um wettbewerbsfähig zu sein. „Es wird auch einen Verdrängungswettbewerb in Europa geben“, erklärt Werksleiter Dr. Stefan Mondel. Er geht davon aus, dass nur die großen Produzenten den überleben. Wabern soll ein Schwerpunkt für Exporte außerhalb der EU werden. Bisher begrenzt die Zuckermarktordnung die Exporte auf etwa 1,4 Millionen Tonnen pro Jahr. Auch diese Regelung fällt 2017 weg.

Um mehr Zucker herzustellen, braucht das Werk mehr Rüben. „Wir können die Anbaufläche ausdehnen“, erklärt Koch. Derzeit liegt die durchschnittliche Anbaufläche bei sieben Hektar pro Landwirt. Es ist laut Koch wichtig, dass jeder Landwirt weiterhin die Möglichkeit hat, Anbauer zu bleiben. Nur so könne das Werk ausgelastet werden.

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