Zweiter Anlauf im Herbst

Baustelle des Seniorenwohnzentrums in Wabern ruht wegen Insolvenz

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So soll das Alten- und Pflegeheim einmal aussehen: In Wabern soll eine Einrichtung mit 53 Plätzen entstehen. Zwei Plätze sind für die Kurzzeitpflegeplätze vorgesehen.

Wabern. Die Baustelle an der Kurfürstenstraße in Wabern liegt brach. Wo eigentlich ein Seniorenwohn- und Pflegezentrum entstehen und im Herbst die ersten Senioren einziehen sollten, herrscht seit Anfang des Jahres Stillstand. Grund ist die Insolvenz des Generalunternehmers Müller-Bau aus Bad Hersfeld.

„Mitte Juli wird entschieden, ob die Aufträge wieder an einen Generalunternehmer gehen, oder alle Gewerke einzeln vergeben werden“, erklärt Michael Schmidt, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Nordhessen auf HNA-Anfrage. Baubeginn könnte im Herbst sein, bis zum Winter soll der Rohbau fertig sein. Insgesamt rechnet Schmidt mit einer Bauzeit von einem Jahr.

Nach dem symbolischen Spatenstich im Oktober sei nicht viel passiert. Nur einige vorbereitende Arbeiten seien erledigt worden. Im Februar wurde die Insolvenz von Müller-Bau bekannt. An dem Bauvorhaben in Wabern ist neben der Deutschen Anlagen-Leasing auch die Kreissparkasse Schwalm-Eder beteiligt. Die Deutsche Anlage-Leasing hat sich laut Schmidt direkt an den Insolvenzverwalter gewendet. Nach kurzer Zeit sei klar gewesen, dass dieser sich nicht in der Lage sieht, die Bauarbeiten weiterzuführen.

Keine Vorauszahlungen

Hier steht seit Monaten alles still: Die Baustelle an der Kurfürstenstraße in Wabern liegt brach. 

Trotz der Neuausschreibung und -vergabe der Bauleistungen geht Geschäftsführer Schmidt davon aus, dass sich die Ausgaben innerhalb des Kostenrahmens bewegen. „Es wurden nur Bauleistungen bezahlt, die auch erbracht wurden. Es gab keine Vorauszahlungen“, erklärt er. Die Baukosten seien mit 4,5 Millionen Euro angesetzt.

Waberns Bürgermeister Günter Jung bedauert, dass der Bau ins Stocken geraten ist. Bürger, die sich darauf verlassen hatten, im Herbst einen Platz im Seniorenwohn- und Pflegezentrum zu bekommen, müssten nun vertröstet werden. Die Gemeinde Wabern hat der Deutschen Anlagen- Leasing ein Darlehen von einer Million Euro gewährt. Je nach Baufortschritt würde das Geld gezahlt. Erste Raten seien bereits geflossen. Bürgermeister Günter Jung sieht jedoch keine Gefahr, das Geld nicht zurück zu bekommen. Im Gegenteil: Das Darlehen wird verzinst - bis zu vier bis fünf Mal höher als auf einem Bankkonto, wie Jung erklärte. „Das ist zwar tröstlich, bringt uns aber nicht weiter.“

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