Nach Empfehlung des Schwalm-Eder-Kreises

Corona: Trotz Empfehlung des Schwalm-Eder-Kreises - Wenige mit Maske unterwegs

Drei Frauen stehen auf dem Marktplatz in Homberg. Sie tragen auf eine Mund-Nasen-Bedeckung.
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Die Kreisverwaltung empfiehlt das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung unterwegs. Auch Sieglinde Schmidt, Eleonore Vaupel und Barbara Langenbach (von links) tragen Maske.

Seit Donnerstag empfiehlt die Kreisverwaltung des Schwalm-Eder-Kreises das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung an belebten Orten. Doch in Fritzlar und Homberg greifen nur wenige Passanten zur Maske.

Homberg - Schwungvoll wird die Tür aufgezogen, ein Schritt ins Freie gemacht und die Maske aus dem Gesicht gezogen. Der Handgriff, der beim Verlassen von Geschäften schon fast zur Normalität der vergangenen Monate geworden war, steht dieser Tage, zumindest im Schwalm-Eder-Kreis, auf dem Prüfstand: Wegen der steigenden Fallzahlen hat die Kreisverwaltung die dringende Empfehlung ausgesprochen, seit gestern an belebten Orten im Landkreis auch im Freien eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, um das Infektionsgeschehen positiv zu beeinflussen.

Auf dem Marktplatz in Fritzlar scheint die Empfehlung auch noch als solche verstanden zu werden – zwar ist der Platz am Donnerstagvormittag wie leer gefegt, doch die Passanten verzichten auf das Tragen einer Bedeckung im Freien und ziehen sie erst beim Betreten von Geschäften über Mund und Nase. Für Bürgermeister Hartmut Spogat (CDU) sind die Empfehlungen allerdings ein notwendiger Schritt im Kampf gegen die Corona-Pandemie: „Wir haben in Fritzlar einige Quarantänefälle und auch Infektionen. Es gibt Patienten, die medizinisch betreut werden müssen.“ Der Rathauschef sieht daher dringenden Handlungsbedarf. Die Empfehlung sei deshalb ein wichtiger Appell an die Vernunft der Passanten.

Maskenempfehlung im Schwalm-Eder-Kreis: Passanten zeigen Verständnis

Ähnlich sehen das auch Donate Schaumburg und Hanna Kann. Sie hatten am Dienstag von der Empfehlung erfahren und tragen nun in der Innenstadt Masken. „Das ist völlig in Ordnung und die richtige Entscheidung“, sagt Schaumburg. „An Orten mit vielen Menschen ist das wirklich sinnvoll“, ergänzt Kann. Für Hartmut Schäfer gehört das Tragen der Maske im Freien schon länger zum Alltag dazu. „Ich bin da konsequent. Wenn man die Inzidenz der vergangenen Tage sieht, ist die Empfehlung nun ein notwendiger Schritt“, erklärt der 67-Jährige.

Am zentralen Busbahnhof in Fritzlar gilt hingegen ab jetzt Maskenpflicht, doch auch hier verzichten viele der Menschen, die auf den nächsten Bus warten, auf eine Mund-Nasen-Bedeckung. Erst beim Betreten der Verkehrsmittel werden Masken aufgezogen. Schilder, die die belebten Gebiete in Fritzlar ausweisen um zum Masketragen auffordern, wurden im Verlauf des Tages angebracht.

In Homberg hingegen fehlen die Schilder noch an den öffentlichen Plätzen. Für Sieglinde Schmidt, Eleonore Vaupel und Barbara Langenbach trotzdem kein Grund, auf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu verzichten. Die drei Frauen halten die Empfehlung für belebte Orte im Landkreis für richtig und wichtig. Beim Anblick des verwaisten Marktplatzes könnten sie aber auch verstehen, dass Passanten auf die Maske verzichten würden. (Felix Busjaeger)

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