Lungenembolie: lebensbedrohliche Folge einer Thrombose – Auch junge Menschen sind davon betroffen

Wenn das Blut nicht mehr fließt

Dr. Matthias

Schwalm-Eder. CDU-Politiker Philipp Mißfelder starb mit 35 Jahren an einer Lungenembolie. Gerade das junge Alter wirft Fragen auf: Wie kommt es zu einer Lungenembolie, und wer ist besonders gefährdet?

„Bei einer Lungenembolie wandert ein Blutgerinnsel in die Lungenarterie. Ist diese verstopft, kann das lebensbedrohlich sein“, erklärt Dr. Matthias Schulze, Chefarzt für Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie am Asklepios-Klinikum Schwalmstadt. Die Ursache für eine Lungenembolie sei meist eine Thrombose in einer tiefen Bein- oder Beckenvene. Löst sich der so genannte Thrombus, werde er mit dem Blutstrom mitgerissen und könne dann ein Blutgefäß verschließen.

Wer an einer Thrombose leidet, ist also auch potenziell gefährdet, eine Lungenembolie zu erleiden. „Thrombose-Patienten erhalten deshalb stets ein blutverdünnendes Medikament“, sagt Dr. Matthias Schulze. Doch wie erkennt man eine Thrombose? „Eine Schwellung und ein Schweregefühl im Unterschenkel können Anzeichen sein, ebenso wie ein Druckschmerz.“ In anderen Fällen verliefen Thrombosen allerdings ohne jegliche Symptome. Bei unklaren Beschwerden solle man einen Arzt aufsuchen, der dann – zum Beispiel mit einer Ultraschalluntersuchung und einem Bluttest – eine Diagnose stellen kann.

Warum Philipp Mißfelder so plötzlich an einer Lungenembolie verstarb, kann der Schwalmstädter Internist und Kardiologe nur vermuten: „Er hatte eine Tätigkeit, bei der er viel auf Reisen war und viel im Flugzeug saß.“ Das berge ein Risiko für Thrombosen, denn beim langen Sitzen würden die Beinvenen abgeknickt. Auch eine angeborene Gerinnungsstörung hält der Mediziner für möglich.

Weitere Risikofaktoren seien internistische Erkrankungen, chirurgische Eingriffe, Krebserkrankungen, extremes Übergewicht und fehlende Bewegung im Alter. Jüngere Frauen seien während der Schwangerschaft besonders gefährdet, an einer Thrombose zu erkranken, und auch die Pille - vor allem im Zusammenspiel mit Zigarettenkonsum - erhöhe laut Dr. Matthias Schulze das Risiko eines Blutgerinnsels.

In leichten Fällen werde eine Lungenembolie oft nicht einmal bemerkt, in schweren Varianten (etwa 1-4 Prozent) verlaufe die Erkrankung allerdings tödlich. „Als Symptome können Schmerzen in Brust oder Atemnot auftreten. Doch diese Anzeichen werden oft falsch interpretiert.“ Wer von eigenen Risikofaktoren wisse, solle diese Beschwerden deshalb sehr ernst nehmen.

Von Pamela De Filippo

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