Wenn ein Mann wütend wird: Kabarettist Frederic Hormuth war zu Gast

Ein Mann voller Wut: Der Kabarettist Frederic Hormuth. Foto: Büchling

Haldorf. Das Kaldewei-E-Piano mit dem roten Buzzer ist das Markenzeichen des südhessischen Kabarettisten Frederic Hormuth. Die Edermünder Kulturinitiative hatte ihn in das Haldorfer Gemeinschaftshaus eingeladen.

Der rote Knopf auf dem Klavier kam immer zum Einsatz, wenn Hormuth sich ärgerte, und das kam in den 120 Minuten seines Auftritts häufig vor. „Mensch, ärgere dich!“, heißt Hormuths Programm und er kennt Dutzende Gründe für Wut.

Die sei im übrigen eine erneuerbare Energieform, erklärte er. Da ist zum Beispiel die Dame, die zur Kur weilt und sich entrüstet: „Ich geh’ nur zu Fuß, ich bezahl’ doch keine Kurtaxe.“ Auch die Politik bekam in Haldorf ihr Fett weg. Ob Bundespräsident Joachim Gauck, Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen („könnte mit ihren sieben Kindern und ihren Pferden, die ganze Kavallerie stellen“) oder die Bundeskanzlerin – alle spielten eine Rolle. Angela Merkel sei deshalb so ausgeruht, weil sie die NSA nicht mehr habe mithören lassen: „Sie hat ihr Handy auf lautlos gestellt und konnte daher nicht abgehört werden.“

Auch EU-Kommissar Günter Oettinger, der bald für Digitales zuständig sein soll, wurde gewürdigt. Das passe schon, denn: „Er ist die Null und die Eins in Person.“

Worüber ärgert der Künstler sich noch ? Über den Show-Oldie Thomas Gottschalk: „„Ein Blondier-Schaden auf zwei Beinen.“) und über Limburgs Ex Protz-Bischof.

Er habe auch herausgefunden, was eine Kreuzung zwischen einem Zeugen Jehova und einem Atheisten ergäbe: „Jemand, der sinnlos an der Haustür klingelt.“

Über die vielen Ungereimtheiten bei Lebensmitteln sagte der Kabarettist: „Wen wundert es noch in der heutigen Zeit, wenn eine Lasagne über mehr Pferdestärken verfügt als ein schnittiges Sport-Coupé?“

Immer wieder unterbrach Hormuth seine Wutreden mit Liedern, darunter ein Medley, zu welchem er durch die Bundestagswahl inspiriert worden sei: „Wählt uns, ihr Menschen dort draußen im Land!“ Mit ihm fand ein toller Kabarettabend sein Ende, der nach langem Beifall noch mit dem Lied „Honigbrot“ als Zugabe abgerundet wurde.

„Die Welt gehört den Bekloppten, wir sind nur ein Gast bei ihnen.“ Mit diesem Schlusswort entließ Hormuth die Gäste in den Abend

Von Peter Büchling

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