Jeder Zweite über 40 Jahre leidet an Parodontitis – Gute Mundhygiene ist Pflicht

Wenn die Zähne wackeln

Stefan

Schwalm-Eder. Wenn die Zähne erst wackeln, ist es bereits zu spät: Parodontitis kann im schlimmsten Fall zu Knochenabbau und Zahnverlust führen. Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, sind eine frühe Behandlung der Erkrankung und eine sorgfältige Mundhygiene unumgänglich.

„Parodontitis ist eine Volkskrankheit. Jeder Zweite über 40 Jahre ist betroffen“, weiß Zahnarzt Stefan Krämer, der mit einem Kollegen das Zahnärztliche Behandlungszentrum Obervorschütz betreibt. Bei der Erkrankung handele es sich um eine Entzündung des Zahnbettes, die durch Bakterien im Zahnbelag hervorgerufen wird. Zunächst entzünde sich das Zahnfleisch. „Besteht diese Entzündung länger, greift sie auf den Knochen über.“

Die Zahnfleischtaschen, die den Zahn umgeben, seien einen bis zwei Millimeter tief. „Sind die Taschen tiefer, weist das auf eine Parodontitis hin“, erklärt der Zahnmediziner. Weitere Anzeichen seien Zahnfleischbluten, Schwellungen, übermäßiger Zahnstein und ein Rückgang des Zahnfleisches. „Bemerkt der Patient eine Lockerung der Zähne, ist die Erkrankung sehr weit fortgeschritten.“ Dann sei bereits Knochensubstanz abgebaut.

Rückgängig machen lasse sich dies nicht mehr, wohl aber aufhalten: „Voraussetzung dafür ist eine klassische Parodontitis-Behandlung und die Herstellung einer guten Mundhygiene.“ Bei der Therapie werden bakterienhaltige Ablagerungen am Zahnhals entfernt. Dazu ist eine lokale Betäubung notwendig.

Um den Zustand der Zähne zu erhalten, seien gründliches Putzen, die Verwendung von Zahnseide und Interdentalbürstchen von Bedeutung. „Der Umgang mit solchen Hilfsmitteln muss erst gelernt werden.“ Auch eine professionelle Zahnreinigung – idealerweise dreimal im Jahr – sei für Parodontitis-Betroffene empfehlenswert. „Am Wichtigsten ist, dass der Patient versteht, dass er in seiner Mundhygiene konsequent sein muss“, weiß Stefan Krämer.

Von Pamela De Filippo

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