Messanlage soll Daten liefern

Windräder sollen sich am Kurort drehen: Investor plant Anlagen in Bad Zwesten und Borken

Bad Zwesten/Borken. Nach Jahren der Diskussion wird es auf der Altenburg konkret: Die Juwi AG möchte auf dem Höhenzug sieben Windräder errichten. Drei sollen auf Bad Zwestener Gebiet entstehen, vier auf Borkener Territorium.

Zuvor prüft Juwi, ob ein wirtschaftlicher Betrieb des Windparks möglich ist. Eine Messanlage soll mindestens ein Jahr lang Daten über den Standort sammeln. Neben der Windgeschwindigkeit werden Daten zu Wetter- und Strömungsverhältnissen aufzeichnet. Der Mast ist 112 Meter hoch und soll im vierten Quartal errichtet werden. In den kommenden Wochen wird Juwi einen Genehmigungsantrag stellen, erklärte ein Unternehmenssprecher. Auf dem Gelände können laut „Regionalplan Energie“ maximal sieben Windräder der Drei-Megawatt-Klasse errichtet werden. Genau Angaben zum Anlagentyp und zur Nabenhöhe machte Juwi nicht und verwies darauf, dass die Planungen noch am Anfang stünden. Auf der Altenburg besteht jedoch eine Höhenbeschränkung von 550 Metern über Normalnull.

Juwi will den Windpark nicht alleine verwirklichen, sondern die Bürger in Form von Windsparbriefen oder eines Bürgerstromangebotes beteiligen. Bad Zwestens Bürgermeister Michael Köhler kritisiert den geplanten Windpark. Er fürchtet Nachteile im Wettbewerb mit anderen Kurorten.

Das Gelände in Bad Zwesten gehört den Waldinteressenten. Die 75 Eigentümer hatten ihren Grundsatzbeschluss für Windkraftanlagen mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gefasst. Der Gestaltungsvertrag mit Juwi wurde einstimmig verabschiedet, wie Sprecher Heinrich Haupt sagt. Der Vertrag sichert Juwi zu, die Anlagen 25 Jahre lang betreiben zu dürfen. Wie hoch die Pacht liegt, wollte Haupt nicht sagen. Bei einer Bürgerversammlung im Jahr 2015 hatte es geheißen, dass eine Anlage 25 000 Euro pro Jahr bringt. „Inzwischen ist es etwas gestiegen“, sagte Haupt. 

Messmast auf 345 Meter Höhe

Eine Messanlage soll Juwi aussagekräftige Daten zum Standort Altenburg liefern. Der Mast ist 122,5 Meter hoch, die Geländehöhe am geplanten Standort ist 345 Meter über Normalnull. Sechs Instrumente die Windgeschwindigkeit, zwei Windfahnen dienen der Bestimmung der Windrichtung. Zwei Temperatur- und Luftfeuchte- sowie ein Luftdruckmessgerät sammeln Daten in vier verschiedenen Höhen. Diese werden per Mobilfunk an die Zentrale in Wörrstadt (Rheinland-Pfalz) gesendet. Dort werden sie überwacht und ausgewertet. Die Stromversorgung erfolgt über ein Solarmodul und ein Akkusystem am Messmast.

Rubriklistenbild: © dpa

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