Weniger Schwerverletzte: Sicherheit im Verkehr ist gestiegen

Gute Entwicklung: Bei Unfällen im Landkreises wurden weniger Menschen schwer verletzt. Unser Bild zeigt einen Unfall bei Melsungen, dabei wurden zwei Personen leicht verletzt. Foto: Archiv

Schwalm-Eder. Auf den Straßen im Landkreis werden immer weniger Menschen bei Unfällen schwer verletzt. „2015 war die Anzahl so gering wie nie", sagt Thomas Gläsel von der Polizeidirektion Schwalm-Eder in Homberg.

Gute Entwicklung: Bei Unfällen im Landkreises wurden weniger Menschen schwer verletzt. Unser Bild zeigt einen Unfall bei Melsungen, dabei wurden zwei Personen leicht verletzt. Foto: Archiv

Es zeige sich auch in der Langzeitstudie, dass im Schwalm-Eder-Kreis die Sicherheit im Straßenverkehr gestiegen sei. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 123 Menschen schwer verletzt (2014: 140). Allerdings starben zehn Menschen bei Unfällen. 2014 gab es sieben tödliche Unfälle. „Das war der geringste Stand, den wir je hatten“, erklärt Gläsel. Zum Vergleich: 2003 kamen 29 Menschen bei Verkehrsunfällen im Schwalm-Eder-Kreis ums Leben und, 193 wurden schwer verletzt.

Gesamtzahl

Insgesamt kam es 2015 zu 3392 Verkehrsunfällen. 2014 waren es 3372. „Die Anzahl der Unfälle mit Verletzten oder Todesopfern ist um 17 Unfälle angestiegen“, so Gläsel.

Alkohol und Drogen

Höher ist im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Unfälle unter Einfluss von Alkohol und Drogen. 2015 waren es 94 (2014: 90). Acht Fahrer hatten berauschende Mittel eingenommen, in drei Fällen waren Alkohol und Drogen im Spiel.

In den vergangenen sechs Jahren sei aber auch in diesem Bereich ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen: 2009 waren es 152 solcher Unfälle.

Bei den durch Alkoholkonsum verursachten Verkehrsunfällen liegt Schwalmstadt, gefolgt von Neukirchen und Homberg, auf dem unrühmlichen ersten Platz.

Fahranfänger

Auch, wenn im vergangenen Jahr mehr Fahranfänger zwischen 18 und 24 Jahren unter Alkoholeinfluss Unfälle verursachten, so sei diese Zahl in den vergangenen sieben Jahren insgesamt um ein Drittel gesunken. Dieses Ergebnis bestätige die Einführung des so genannten Null-Promille-Gesetzes für Fahranfänger, erklärt Gläsel. Das Gesetz gibt es seit 2007.

Auch wirke sich das begleitete Fahren positiv aus: 489 Fahranfänger hätten 2015 Unfälle verursacht (2014: 539).

Unfallflucht

Während in den vergangenen Jahren die Zahl der Unfallfluchten anstieg, verzeichnete die Polizei 2015 mit 694 Fällen insgesamt elf Prozent weniger. Und: 40 Prozent derer, die eine Unfallflucht begingen, wurden ermittelt.

Senioren

Mehr Unfälle wurden laut Polizei von Senioren (65 bis 75 Jahre) verursacht. Das lege die Vermutung nahe, dass immer mehr Menschen bis ins hohe Alter mit dem Auto unterwegs seien.

Die Senioren taten sich an Kreuzungen, beim Einbiegen (Vorfahrt) und beim Rückwärtsfahren/Wenden schwer. Dies sei auf eine schlechtere visuelle Wahrnehmung und Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit zurückzuführen, so Gläsel. Andere Fehler geschahen hauptsächlich beim Ein- und Ausparken, sowie das Rechtsfahrgebot.

Und: Bei der Generation 75 plus, ist vor allem die Verletzung der Vorfahrtsregel (36 Prozent) als Hauptunfallursache auszumachen.

Motorisierte Zweiräder

Im Vergleich zu 2014 gab es deutlich weniger Unfälle mit Zweirädern. 2015 waren es 116, somit habe man den niedrigsten Stand seit Beginn der statistischen Aufzeichnung erreicht. Drei dieser Unfälle endeten tödlich, 32 Menschen wurden schwer und 57 leicht verletzt. 2014 waren es 132 Verletzte.

Fahrradfahrer

An 53 Unfällen waren Fahrradfahrer beteiligt. Dabei wurden zwei der Radfahrer getötet, acht schwer und 39 leicht verletzt.

Wildunfälle

In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Wildunfälle im Schwalm-Eder-Kreis stetig an. Mittlerweile liegt der Anteil im Vergleich zu allen Verkehrsunfällen bei über 37 Prozent. Bei Wildunfällen wurden 2015 zwei Menschen schwer und zwölf leicht verletzt. Unfallkosten: sechs Mio. Euro.

Landstraße

Jedes Jahr gibt es auf den Landesstraßen im Kreis weit mehr Unfälle, als auf Bundes- und Kreisstraßen. Das war auch im vergangenen Jahr so, erklärt Gläsel. Allerdings kam es zu den meisten Unfällen mit Verletzten (240) auf Bundesstraßen.

Sachschaden

Der Sachschaden bei den Unfällen habe sich insgesamt auf etwa neun Mio. Euro belaufen und liege somit um etwa eine Millionen Euro über dem des Jahres 2014, teilt Gläsel mit.

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