Unternehmer trifft Entscheidung schweren Herzens 

Hotel und Restaurant der Garvensburg in Züschen machen Ende 2019 dicht

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Ballonglühen am Schloss: Zu den zahlreichen Attraktionen, die an der Garvensburg stattfinden, gehören auch Fahrten mit dem Heißluftballon.

Die Wehmut steht Harald Kneier ins Gesicht geschrieben, als er schweren Herzens verkündet: „Das Restaurant und das Hotel der Garvensburg schließen zum 31. Dezember.“

Das, was das Schloss in zu einem wahren Magneten für Touristen und Menschen aus der Region gemacht hatte, wird dann der Vergangenheit angehören.

Wirtschaftliche Probleme seien der Grund dafür, dass der seit fünf Jahren verpachtete Hotel- und Gastronomiebetrieb dichtmacht, sagt Kneier. In dem prächtigen Schloss inmitten einer magischen Landschaft geht damit eine Ära zu Ende. Trauungen, die bislang zu den Hauptveranstaltungen in der Garvensburg gehörten, wird es ab 2020 nicht mehr geben.

Dem 61-Jährigen, der in Naumburg lebt und die Garvensburg zusammen mit seiner Frau vor 16 Jahren kaufte, blutet das Herz. „Wir sind hier Stück für Stück reingewachsen. Die Garvensburg ist Teil unserer Lebensgeschichte“, sagt er. Das Einzige, was bleiben wird, ist der Sitz seiner Firma Kneier Consult.

Ballonglühen am Schloss: Zu den zahlreichen Attraktionen, die an der Garvensburg stattfinden, gehören auch Fahrten mit dem Heißluftballon.

Was ab dem nächsten Jahr mit den vielen Räumen des Schlosses passieren wird, steht laut Kneier noch nicht fest. „Es ist ja alles noch recht frisch.“ Kurzzeitig hatte das Ehepaar überlegt, die Gastronomie, so wie früher, selbst in die Hand zu nehmen. „Aber irgendwann muss man im Leben auch erkennen, Entscheidungen nicht um jeden Preis zu treffen.“

Teil der Garvensburg: die Shona-Art-Ausstellung .

Zahlreiche bauliche Veränderungen wären nun notwendig – ein Zeitpunkt, um schweren Herzens einen Schlussstrich zu ziehen. Ballonfahrten, Konzerte, Dreharbeiten mit Schauspielern, eine Hogwarts-Nacht, die Shona-Art-Ausstellung, Rundflüge mit dem Hubschrauber – beim Aufzählen der Attraktionen und Veranstaltungen an der Garvensburg findet der erfahrene Unternehmer kaum ein Ende: „In der Gastronomie waren wir damals absolute Anfänger, aber wenn wir eines konnten, dann war es Vermarktung“, sagt Kneier. 

Das Schloss als Mix aus Burgfestung und Herrenhaus bot eben für vieles einen traumhaften Veranstaltungsort und lockte teilweise Tausende an.

Sang- und klanglos soll es mit der Garvensburg trotzdem nicht zu Ende gehen, da sind sich Harald Kneier und seine Frau sicher. „In irgendeiner Form werden wir einen Abschied planen.“ Bis dahin hat der 61-Jährige einen großen Wunsch: „In den Monaten bis Dezember sollen sich bitte alle Gäste nach wie vor willkommen fühlen und die verbleibende Zeit genießen.“ Erinnerungen an vergangene Veranstaltungen und Attraktionen gibt es jedenfalls ausreichend. Und die werden ganz bestimmt nicht nur die Kneiers schmerzlich vermissen.

Ein Schlotbaron baute die Garvensburg

Die Garvensburg wurde 1898 von einem Schlotbaron aus Hannover erbaut. Dieser hieß Wilhelm Garvens und wurde mit der Herstellung von Maschinen, Waagen und Pumpen aller Art reich. In den 1970er-Jahren wechselte das Schloss in Privatbesitz. Vor dem Ehepaar Kneier gehörte das Anwesen einem Blumengroßhändler aus Berlin. 

In den vergangenen Jahren wurde das Schloss als Hotel, Restaurant, Tagungsort und Domizil für Kneiers Unternehmensberatung und Werbeagentur genutzt. Auch Filmstar Matthias Schweighöfer hat bereits auf der Garvensburg gedreht und dieBachelor-Gewinnerin Alissa Harouat war ebenfalls schon zu Besuch. 

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