Großenenglis ist kleiner als Kleinenglis – Beide teilen sich Geschichte und Namen

Die zwei Dörfer der Engel

Friedrich

Kleinenglis/Großenenglis. Los Angeles und die beiden Englise (Großenenglis und Kleinenglis) haben etwas gemeinsam: die Engel im Namen.

Denn so wie die US-amerikanische Großstadt nach den Engeln benannt ist, sind es auch die beiden Borkener Stadtteile. Ursprünglich hieß der Ort einmal Angelgise, wie der Heimathistoriker Friedrich Döring (Kleinenglis) erläutert.

Das Wort setze sich zusammen aus Angel für Engel und Gise, worunter eine vorchristliche Kultstätte zu verstehen sei. Auch im Hügel Giesenbühl bei Borken tauche das Wort auf. Als der Missionar Bonifatius in der Region unterwegs war, wurde die vorchristliche in eine christliche Wallfahrtsstätte umgewandelt, eine Kapelle wurde gebaut.

Auch die Engel haben nicht nur im Ortsnamen ihre Spuren hinterlassen. Die Kirche in Kleinenglis ist nach dem Erzengel Michael benannt. Die St. Michaelskirche wurde laut Döring im Jahr 1262 erstmals erwähnt und sei in der Großgemeinde Borken damit die älteste. Die ältesten Kirchen in Nordhessen seien oft nach Michael benannt, sagt Döring.

Das ursprüngliche Angelgise lag wohl nördlich des heutigen Kleinenglis, vermutet Döring. Doch im 13. Jahrhundert, wohl im Jahr 1239, trennte sich der Ort – aus einem Bauerndorf wurden zwei Bauerndörfer. Engelgis gab es nun mit einem Zusatz: maior und minor, heute Großenenglis und Kleinenglis.

Das bedeutete aber nie, dass Großenenglis größer gewesen sei, sagt Döring weiter. Möglicherweise sei Großenenglis eher ein Verballhornung von Hohenenglis – das höher gelegene von den beiden Dörfern. Nachweisbar sei das jedoch nicht. Ob das größere Kleinenglis oder das kleinere Großenenglis; die beiden Dörfer haben eine gemeinsame Geschichte und sie dürfen sich darauf berufen, etwas mit dem großen Los Angeles gemeinsam zu haben.

Von Olaf Dellit

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