Mehr als hundert Stände

Zwischen Tischlern und Friseuren: Ausbildungsbörse in Borken gab Einblick in Berufswelten 

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Mit Werkzeug in der Hand: von links Jasmin und Marimar lassen sich von Ausbildungsleiterin Marion Mecke erklären, worauf es im Alltag eines Dachdeckers ankommt.

Jede Menge Stände, Infoblätter und vor allem viele junge Menschen – das gab es bei der Ausbildungsbörse des Schwalm-Eder-Kreises in Borken am Wochenende.

Mehr als Tausend kamen, um an über 100 Ständen Informationen über Berufe, Ausbildungsbetriebe, freie Ausbildungs- und Praktikumsstellen sowie Bewerbungsverfahren zu sammeln.

Auf zwei Etagen, in der Zeltstadt und auf dem Sparkassen-Vorplatz, konnten Besucher verschiedene Ansprechpartner aufsuchen.

Es waren große Unternehmen wie B. Braun und Volkswagen, aber auch Berufsschulen und viele kleine Betriebe vertreten. „Es ist uns wichtig, insbesondere die regionalen Betriebe zu unterstützen”, sagt Wenke Uchtmann, die die Ausbildungsbörse mit organisiert hat.

So konnten die jungen Menschen im Handwerkerdorf selbst mit anpacken und den Alltag gleich hautnah erleben. Denn vor allem die kleinen Betriebe sind von dem Problem des Fachkräftemangels betroffen: „Die Bewerberzahlen sind über die Jahre enorm zurückgegangen”, sagt der Zimmermann Frank Schlechter. Er gehört zu der Zimmerer-Innung Schwalm Eder, einem Zusammenschluss von rund 21 Betrieben, die bei der Ausbildungsbörse gemeinsam auf der Suche nach potenziellen Nachwuchskräften waren.

„Die meisten Leute wissen gar nicht, wie kreativ und abwechslungsreich unser Beruf ist“, sagt Schlechter. „Das wollen wir hier zeigen.“ Den 23-jährigen Florian Feyk vom Tischlerstand nebenan konnte das vor einiger Zeit überzeugen: „Ich hab zuerst ein Jahr Jura studiert und wollte dann etwas Praktisches machen“, sagt er.

Heute ist er seit einem Jahr zufrieden als Auszubildender bei der Tischlerei Morsch in Wabern und informiert bei der Ausbildungsbörse andere junge Menschen über die Vielfältigkeit seines Berufs. Denn das hatten die Stände der Betriebe gemeinsam: Hinter den Informationstischen standen meistens selbst junge Menschen, die sich noch in der Ausbildung befinden oder diese gerade abgeschlossen haben. „Junge Menschen und Betriebe können sich dadurch auf Augenhöhe begegnen“, betont auch Landrat Winfried Becker die Bedeutung der Ausbildungsbörse.

Wie viele Besucher sich am Ende tatsächlich für einen handwerklichen Beruf begeistern können, das zeigt sich erst bei den kommenden Bewerbungsverfahren. Fest steht aber in jedem Fall: Die Vielfalt an Aufgaben wurde bei der Börse einmal mehr deutlich.

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