Am Opernplatz: Erinnerung an Corona-Opfer

2000 demonstrieren in Hannover gegen Verschwörungsmythen

Viele hunderte Menschen stehen am Freitag auf dem Opernplatz in Hannover bei einer Mahnwache als Zeichen gegen Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen.
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Klare Botschaft: Viele hundert Menschen stehen am Freitag auf dem Opernplatz in Hannover bei einer Mahnwache als Zeichen gegen Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen.

Mit einer Mahnwache haben am Freitag in Hannover nach Polizeiangaben etwa 2400 Menschen an die Opfer der Corona-Pandemie erinnert und gegen Verschwörungsmythen protestiert.

Hannover - Die Teilnehmenden verteilten sich mit Masken und Abstand auf dem gesamten Opernplatz. Wegen des Andrangs sperrte die Polizei auch die anliegende Georgstraße. Viele Parteien und Verbände erhoben bei der Kundgebung ihre Flaggen. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) besuchte die Mahnwache.

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) sagte, Corona sei die häufigste Todesursache in Deutschland. Schutzimpfungen gegen das Virus seien unverzichtbar. Die Gesellschaft müsse sich ernsthaft Sorgen machen, wenn Menschen den Bezug zur Realität verlören und „alternativen Fakten“ mehr Glauben schenkten als der Wissenschaft. Kritik an Corona sei legitim, müsse aber auf Fakten beruhen: „Meinungen müssen und können wir aushalten, falsche Fakten allerdings nicht.“

Hannovers evangelische Regionalbischöfin Petra Bahr betonte: „Diese Gesellschaft ist nicht gespalten. Es gibt Spalter am Rand.“ Die Teilnehmer der Mahnwache hätten sich stellvertretend auch für die vielen Menschen versammelt, die von der Pandemie besonders betroffen seien oder sich für deren Bekämpfung einsetzten. Wer zu Gewalt aufrufe, Menschen mit dem Tod bedrohe und antidemokratische oder antisemitische Verschwörungsmythen verbreite, dürfe keine Macht haben. Bahr ist auch Mitglied des Deutschen Ethikrats.

Steffen Krach (SPD), Präsident der Region Hannover, verwies auf die besondere Belastung von Kindern und alten Menschen sowie auf die Folgen von Corona-Todesfällen und Besuchsverboten in Pflegeeinrichtungen. „Diese Folgen werden wir noch viele Jahre spüren.“ Er habe Verständnis für alle, die am Ende ihrer Kräfte seien – aber nicht für Gewalt und Hass.

Nicole Trumpetter, Ausbildungsleiterin des Pflegeschulzentrums bei evangelischen Gesundheitskonzern „Diakovere“, verwies auf die enorme Belastung von Pflegekräften während der Pandemie. Zu der Mahnwache hatte ein Bündnis verschiedener Organisationen in Hannover aufgerufen. Dazu gehörte auch die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, der Freundeskreis Hannover, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und das Bündnis „bunt statt braun“.

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