Tragödie in Reiffenhausen

27-jähriger Mann wurde erschossen: Spielte Rache eine Rolle?

Ermittlungen der Polizei: Am Fundort der Leiche des Opfers nahe der A 38 bei Reiffenhausen waren Beamte im Einsatz. Foto: Rampfel

Reiffenhausen. Der 27-jähriger Mann, dessen Leiche vor wenigen Tagen in der Feldmark bei Reiffenhausen im Landkreis Göttingen entdeckt worden war, ist erschossen worden.

Die Schusswunden seien die Todesursache, sagte Andreas Buick, Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen. Dringend tatverdächtig sei ein Bekannter des Opfers. Der 28-Jährige, der in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf sitzt, schweigt weiterhin zu den Vorwürfen und dem Vorfall. Zum möglichen Hintergrund des Verbrechens und den Ermittlungsschritten machte die Staatsanwaltschaft in Absprache mit den Beamten der Mordkommission keine Angaben.

Aktualisiert um 17.30 Uhr

„Wir wollen keine weiteren Informationen herausgeben“, sagte Buick auf HNA-Anfrage. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte aber, dass das 27-jährige Opfer den 28 Jahre alten Tatverdächtigen wegen kleinerer Delikte wie Diebstähle angezeigt hatte. Ob der Tatverdächtige, der der Familie des Opfers bekannt war, den 27-Jährigen aus Racheabsicht in einen Hinterhalt gelockt und erschossen habe, wie andere Medien berichteten, wollte Buick nicht bestätigen.

Am Mittwoch suchte die Polizei das Gebiet um den Fundort der Leiche mit Metallsuchgeräten ab. Dabei entdeckten die Fahnder mehrere Patronenhülsen. Es sei daher zu vermuten, dass die Tat in unmittelbarer Nähe des Fundortes begangen wurde, sagte Buick. Die Tatwaffe sei bislang nicht gefunden worden. Um die Umstände und Hintergründe der Tat aufzuklären, werten die Ermittler unter anderem den Email-Verkehr und die Telefonkontakte des Opfers sowie des Festgenommenen aus. Dabei stellte sich heraus, dass der 27-Jährige eine Rufumleitung in seinem Hand

y eingerichtet und dabei versehentlich eine falsche Nummer eingegeben hatte. Kurz vor seinem Tod hatte der 27-Jährige noch versucht, einen Notruf abzusetzen.Es habe sich jedoch kein Gespräch aufgebaut, sagte Buick. Als die Polizei den Absender des Notrufs zurückrufen wollte, landete sie wegen der falsch programmierten Rufumleitung bei einem erstaunten Einwohner aus Friedland, der sich die Anfrage der Polizei gar nicht erklären konnte.

Flyer sollen jetzt für Aufklärung sorgen

Polizeibeamte verteilten am Mittwoch in Reiffenhausen Flugzettel. Die Bewohner werden darin um Mithilfe bei der Aufklärung des Verbrechens an dem 27-Jährigen gebeten. Auf den Flugblättern wird die Bevölkerung auffordert, auffällige Beobachtungen, die sie gemacht haben, zu melden. Auf der Vorderseite des Flyers ist das blaue Fahrrad des Typs „Haibike“ abgebildet, mit dem der 27-Jährige am Tattag unterwegs gewesen sein soll. Die Bürger werden angehalten Personen oder Fahrzeuge, die an diesem Tag in der Nähe des Tatorts gesehen wurden, an die Göttinger Polizei weiterzugeben. Einige Bürger des Friedländer Ortsteils zeigen sich indes schockiert, möchten aber nicht namentlich genannt werden: Es sei unvorstellbar, dass sich so eine Tat in der Nähe des kleinen Ortes abgespielt hat. Sie hoffen aber, dass durch die Flyer weitere Details ans Tageslicht kommen, die zur Aufklärung des Mordfalls beitragen. Daniel S. war seit dem 2. Februar vermisst worden. Die Leiche des 27-Jährigen war am vergangenen Donnerstag in der Feldmark südlich von Reiffenhausen nahe der Klippmühle, die zwischen der Landesstraße 567 und der Autobahn 38 im Tal des Schleierbachs liegt, entdeckt worden. Bereits kurz danach wurde der 28-Jährige in Untersuchungshaft genommen. Fall sorgt für Aufsehen Der Fall sorgt in Reiffenhausen, einem Ortsteil von Friedland, für Aufsehen. Das Opfer war seit Montag, 2. Februar vermisst worden, nachdem er das Wohnhaus der Familie verlassen hatte und mit seinem E-Mountainbike weggefahren war. Bei Suchaktionen in der vergangenen Woche waren auch Hunde und Hubschrauber eingesetzt worden.

Zur Aufklärung hat die Göttinger Polizei eine Mordkommission eingerichtet.

Hinweise: Mordkommission, Tel. 0551 / 491 31 21 und 0551 / 491 31 25 (tagsüber); Wache Groner Landstraße 0551 / 491 21 17 (rund um die Uhr).

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