Schwierige Gefahrgutbeseitigung – 300 Helfer aus der Region

A-7-Unfall: Helfer schuften Tag und Nacht

Göttingen. Der größte Unfall eines Gefahrguttransporters seit vielen Jahren auf der A 7 hat von Freitagmorgen bis Sonntagabend Helfer aus der Region Südniedersachsen und Nordhessen in Atem gehalten, bis die Sperrung um 16.15 Uhr aufgehoben wurde.

Tag und Nacht hatten zuvor mehr als 300 Helfer teilweise bis zur Erschöpfung an der Unfallstelle zwischen dem Rasthof und der Anschlussstelle Göttingen geschuftet. Die Koordination der Arbeiten auch im Umgang mit dem aus Behältern ausgetretenen Rattengift war kompliziert.

Im Einsatz waren Feuerwehrleute von Wehren aus den Landkreisen Göttingen, Northeim, Osterode und Kassel. Helfer des THW kamen aus den Ortsverbänden von Einbeck, Northeim, Gieboldehausen, Göttingen, Hann. Münden und Clausthal.

Zunächst mussten die kaputten Fässer mit Aluminiumphosphid, das als Rattengift eingesetzt wird, geborgen werden. Der Stoff hatte wiederholt chemisch mit Wasser und Luft reagiert. „Dann entsteht Phosphorwasserstoff“, wie Experte Eckhard Gerlitzki sagte. Brände mit Dampfbildung waren die für Helfer wie Anwohner gefährliche Folge. Das Phospid und die Fässer wurden in Transportmulden gesammelt, mit Sand bedeckt, um Reaktionen zu verhindern und dann in der Deponie Königsbühl in Göttingen-Weende zwischengelagert. Die ausgesprochenen Warnung an die Bevölkerung, Türen und Fenster geschlossen zu halten, wurden eingestellt. Dann ging es an die Bergung des Lastwagens. Die Fahrbahnen wurden gesäubert und von Experten begutachtet. Schließlich wurde der defekte Flüsterasphalt abgefräst. Bis Sonntagabend waren 2000 Quadratmeter Straßenfläche erneuert.

Landrat Bernhard Reuter zeigte sich begeistert über das Zusammenspiel der Helfer und deren Einsatz. So lange Staus, wie am Freitag und Samstag, gab es am Sonntag nicht mehr, der Verkehr stockte auf zwei Kilometer in beide Richtungen. (tko/ysr) ZUM TAGE, LOKALSEITE

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