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A7-Sperrung: So funktioniert die Reinigung der Autobahn

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Von: Stefan Rampfel

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Ein Spezialfahrzeug einer Firma aus Burgwedel ist hier auf dem Gelände der Autobahnmeisterei Göttingen zu sehen.
Ein Spezialfahrzeug einer Firma aus Burgwedel ist hier auf dem Gelände der Autobahnmeisterei Göttingen zu sehen. © Stefan Rampfel

Fast 60 Kilometer verunreinigte Autobahn mit mehrtägiger Vollsperrung – so etwas haben selbst langjährige Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Göttingen und der Reinigungsfirmen noch nicht erlebt.

Göttingen/Northeim – Die Ladung, ein Öl-Gemisch auf Naturstoffbasis ähnlich Paraffin, wurde auf der rechten Spur von dem unbekannten Lkw in der Nacht zu Montag verloren, aber durch Wind teils auf alle Fahrspuren verteilt und breitgefahren.

Bis zu 15 Spezial-Reinigungsfahrzeuge waren und sind seit Montagnacht parallel auf der Autobahn 7 zwischen den Anschlussstellen Northeim-Nord und Lutterberg im Einsatz. Diese kommen von unterschiedlichen Firmen, unter anderem aus Niedersachsen, Hessen und Sachsen-Anhalt. Die Reinigung der Autobahn erfolgt mit einem heißen Wassergemisch.

Die Reinigungsfahrzeuge kann man am besten mit Kehrmaschinen vergleichen, die richtige Bezeichnung ist hingegen Ölspurmaschine oder Saugwagen. Vorn ist eine Reinigungsmaschine befestigt, auf der Ladefläche ein großer zweigeteilter Wassertank. In einem Teil ist das Frischwasser, das im Fahrzeug auf 85 Grad erhitzt wird, im anderen wird das verunreinigte Wasser aufgenommen. Einige Fahrzeuge haben einen 2000 Liter fassenden Tank, andere sogar 5000 oder 6000 Liter fassenden. Ein Mitarbeiter der Firma B&M aus Bockenem beschreibt das Reinigungsverfahren so: „Das Wasser wird in dem Fahrzeug erhitzt, mit einem Reinigungsmittel vermischt und unter Hochdruck auf die Fahrbahn gespritzt.“ Im gleichen Arbeitsgang wird dann das verunreinigte Wasser wieder ins Fahrzeug gesogen. Marcus Giesche von einem Unternehmen aus Burgwedel nennt das Verfahren eine Hochdruckvakuum-Reinigung mit Heißwasser.

„Wir allein sind mit sechs Saugwagen und einem Tankwagen hier“, sagt Jens Bohnenpoll von der Firma T Umweltdienste Hildesheim. „Die Saugwagen sind auf der Autobahn im Einsatz und laden das verunreinigte Spülwasser in den Tankwagen um.“ Ein Umlauf dauert anderthalb Stunden. Die Saugwagen können nur 0,5 km/h fahren, um die Verunreinigung aufzunehmen. Dabei werden je 500 Meter pro Stunde geschafft – bei 2,50 Meter Arbeitsbreite. Einige Stellen müssen mehrfach überfahren werden. Das verunreinigte Wasser muss entsorgt werden. Die Tankwagen müssen dafür etwa nach Kassel, Bremen oder Hamburg fahren.

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