Die Stimmen zur Razzia

Nach Razzia: Verschiedene Meinungen der Anwohner zu Verbot der Hells Angels

Göttingen/Adelebsen. Das niedersächsische Innenministerium hat die Göttinger Gruppe der Hells Angels verboten. Am Freitag gab es eine Razzia bei den Hells Angels in Adelebsen. Unsere Reporterin war vor Ort, hat die Razzia verfolgt und mit Anwohnern gesprochen.

Freitag, sechs Uhr morgens. Die Polizei sperrt die Lange Straße in Adelebsen. Der Grund ist eine Razzia im Club der Hells Angels. Das niedersächsische Innenministerium hat ein Verbot ausgesprochen.

Zwei Polizeiwagen sperren die Straße ab. Der Verkehr wird umgeleitet. Polizisten schleppen Kisten raus, laden sie auf einen Lastwagen und marschieren mit Brecheisen zurück in das Gebäude. Sie stellen die Beweise sicher. Gegen 14 Mitglieder des Göttinger Clubs gibt es etwa 90 Ermittlungsverfahren. Anwohner kommen aus ihren Häusern und wundern sich über den Tumult. Als sie erfahren, was los ist, zeigen sich manche erleichtert, andere empört. Ortsbürgermeister Kurt Prutschke (SPD) sagt: „Ich bin positiv überrascht, dass man nach vielen Worten Taten folgen lässt und freue mich, dass der Laden dicht gemacht wird.“ Es habe sich immer bedrückendes, komisches Gefühl durch das kleine Örtchen gezogen, wenn die Hells Angels mit den Motorrädern ihre Aufwartung machten, sagt er. Durch das Verbot ist ein leichtes Aufatmen in Adelebsen spürbar. Ein anderer Bürger sagt: „Die haben nicht einem Menschen was getan, bis auf ruhestörenden Lärm vielleicht“.

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Einer Dame, die ungenannt bleiben will, war der Club im Ort nicht groß aufgefallen: „Ich finde, man sollte das nicht provozieren und die einfach in Ruhe lassen“, sagt sie. Ein besorgter Anwohner fühlte sich durchaus bedroht, wenn etwa 40 Motorräder in der Straße parkten und ihn an der Weiterfahrt hinderten: „Das ist eine kriminelle Vereinigung. Es darf keinen organisierten Raum für Kriminalität geben.“

Fotos von der Razzia

Razzia bei den Hells Angels

Eine andere Adelebserin wird deutlich: „Es wurde Zeit, das sind keine guten Jungs. Das Problem ist nicht, dass sie hier im Ort waren. Es ist viel mehr das, was dahinter steht.“ Kriminalität, Prostitution, Gewalt. Waffen. Drogenhandel. „Das braucht keine Gesellschaft“. Der Landkreis Göttingen begrüßt das Verbot. „Das ist eine gute Nachricht für Adelebsen, Güntersen und den ganzen Landkreis“, sagt Landrat Bernhard Reuter. Ein Adelebser, der seit zehn Jahren in dem Ort wohnt, begrüßt das Verbot. Er hat die Erfahrung gemacht, dass die Hells Angels weitgehend unter sich bleiben.

Von Marie-Therese Gewert

Rubriklistenbild: © Polizei Niedersachsen/dpa

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