Protest in Adelebsen

Sitzblockade gegen Freundeskreis - Polizei trägt Demonstranten weg

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Sitzblockade in Adelebsen: Polizisten trugen die Demonstranten am Mittwoch von der Straße. Sie müssen mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren rechnen. 

Adelebsen. Etwa 150 Menschen haben erneut gegen eine Veranstaltung des rechtsextremen Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen in Adelebsen protestiert.

Darunter befanden sich Abordnungen aus Dransfeld, Duderstadt und Katlenburg-Lindau, die gegen Kundgebungen des Freundeskreises in ihren Heimatgemeinden mobil gemacht haben.

Aufruf zu Friedensgebet

Adelebsens Bürgermeister Holger Frase kündigte an, dass seine Gemeinde nicht nur auf die Aktivitäten der ungebetenen Besucher reagieren, sondern auch agieren werde. Er rief zu einem Friedensgebet am Samstag, 9. Juli, um 16 Uhr vor der Kirche in Adelebsen auf. Anschließend solle ein friedlicher Protestzug von der Kirche zum Rathaus folgen.

Sechs Gegner des Freundeskreises versuchten mit einer Sitzblockade, Mitglieder des Kreises daran zu hindern, zu deren Versammlungsort zu kommen. Polizisten trugen die Demonstranten nach mehrfacher, erfolgloser Aufforderung, die Straße zu räumen, auf den angrenzenden Bürgersteig. Die Demonstranten müssen mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren rechnen.

Ankündigung zur Kommunalwahl 

Danach nutzte der Rädelsführer des Freundeskreises, Jens Wilke (Friedland-Reckershausen), die Gelegenheit, um seine Landrats-Kandidatur bei den Kommunalwahlen am 11. September anzukündigen. Nach Auskunft des Sprechers der Kreisverwaltung, Ulrich Lottmann, ist bislang aber die Kandidatur Wilkes, der als Versicherungsmakler in Friedland arbeitet, noch nicht in der Kreisverwaltung angemeldet worden. Stichtag dafür ist der 25. Juli.

Adelebsens Bürgermeister Frase rechnet damit, dass auch in seiner Kommune eine rechte Gruppierung bei den Kommunalwahlen antreten wird. Bislang sei ihm aber noch kein Wahlvorschlag bekannt.

Zur Kritik des Freundeskreises, ein Sympathisant der Gruppe sei von der Kommune entlassen worden, sagte der Bürgermeister, derjenige habe ehrenamtlich gearbeitet. „Eine Wiedereinstellung geht nicht, weil nie ein Arbeitsverhältnis bestanden hat.“ 

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