Verstöße an der Tagesordnung

Bei Lastwagenkontrollen in Adelebsen stellen Polizeibeamte viele Verstöße fest

Alles korrekt: Einsatzleiterin Luisa Gödecke überprüft einen mit Holz beladenen Container, bei dem es jedoch keinerlei Beanstandungen gibt.
+
Alles korrekt: Einsatzleiterin Luisa Gödecke überprüft einen mit Holz beladenen Container, bei dem es jedoch keinerlei Beanstandungen gibt.

Bei einer groß angelegten Kontrollaktion der Polizeidirektion Göttingen in Adelebsen im gewerblichen Güter- und Personenverkehr wurden über 20 Verstöße geahndet. Häufig war die Ladung falsch gesichert.

Adelebsen - „Sehen Sie, was da auf der Verpackung steht“, fragt Gesamt-Einsatzleiter Karsten Lipinski den Paketdienstfahrer, der neben zahlreichen losen Autoreifen und Kartons auch einen originalverpackten Fotoapparat auf der Ladefläche seines Mercedes Sprinters transportiert. „Da sind Lithiumbatterien enthalten und damit ist das Gefahrgut“, sagt Lipinski. Der Fahrer, der nur gebrochen Deutsch spricht und das Gesagte nicht zu verstehen scheint, ruft seinen Chef an und lässt ihn mit dem Polizeihauptkommissar sprechen.

Weiterfahrt untersagt

Weil in dem Transporter keine Möglichkeit besteht, die Ladung den Vorschriften entsprechend zu sichern, untersagt Lipinski dem Chef des Kuriers dessen Weiterfahrt. Erst als ein Kollege geschlagene zweieinhalb Stunden später zur Kontrollstelle in der Adelebser Ladestraße kommt und alles so umgeladen ist, dass es den Vorschriften entspricht, kann die Auslieferungstour fortgesetzt werden. Allein der Gefahrgut-Verstoß kommt den Fahrer mit einem 300-Euro-Knöllchen aber teuer zu stehen.

Verkehrssicherheit

„Uns geht es nicht darum, Fahrer zu schikanieren, sondern uns geht es einzig und allein um die Verkehrssicherheit”, betont Luisa Gödecke, die den Einsatz in Adelebsen leitet. In unterschiedlichen Bereichen rund um Adelebsen waren dabei vier mobile Teams unterwegs, die den Güter- und Personenverkehr genau beobachten und beim Verdacht auf einen Verstoß zur Kontrollstelle in der Ladestraße geleiteten. „Diesen Standort haben wir gewählt, weil wir hier reichlich Platz haben, niemanden stören und es hier eine Fahrzeugwaage gibt, die wir nutzen können“, so Gödecke.

Viele Vorschriften

Bei den Überprüfungen ging es den Beamten unter anderem um Ladungssicherung, Einhaltung des zulässigen Gesamtgewichts, Lenk- und Ruhezeitverstöße, den technischen Zustand der Fahrzeuge sowie – wie im Falle des Paketdienst-Transporters – um die vorschriftsmäßige Sicherung von Gefahrgut. Weil die Strecke vom Solling zur Autobahn 7 vermehrt von Holztransportern genutzt wird und es dabei immer wieder zu Problemen mit der Ladungssicherung kommt, wurde auch darauf ein besonderes Augenmerk gelegt.

Zahlreiche Verstöße

„Insgesamt haben wir heute 34 Fahrzeuge kontrolliert, darunter 33 Lastwagen und ein Mofa“, berichtet Luisa Gödecke. Mit nicht weniger als 23 Beanstandungen an den Fahrzeugen lag die Quote bei stolzen 71 Prozent. Die Zahl der Verstöße war sogar noch höher.

„Wir mussten 35 Ordnungswidrigkeiten wegen Nichteinhaltung der Lenk- und Ruhezeiten gegen Fahrer und Unternehmer aussprechen, sieben wegen technischer Mängel, sechs wegen mangelhafter Ladungssicherung und je eine wegen Verstoß gegen das Gefahrgutrecht und fehlender Pflichtversicherung für ein Mofa“, so Gödecke. Außerdem seien vier Geschwindigkeitsverstöße und vier sonstige Verstöße festgestellt worden. In zwölf Fällen sei die Weiterfahrt bis zur Behebung der Mängel vorläufig untersagt worden.

Positive Bilanz

„Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Kontrollaktion“, freute sich Luisa Gödecke. Bei einer ähnlichen Aktion an selber Stelle im Dezember vergangenen Jahres habe die Beanstandungsquote noch bei rund 90 Prozent gelegen. „71 Prozent sind zwar immer noch erschreckend hoch, aber dennoch hat sich gezeigt, dass unsere Maßnahmen Wirkung zeigen“, sagte die Einsatzleiterin. „Außerdem haben wir der Bevölkerung vor Ort gezeigt, dass wir am Ball bleiben. (von Per Schröter)

Heilloses Durcheinander: Beim Blick auf die Ladefläche eines Paketdienst-Transporters wird von den Beamten auch Gefahrgut-Frachtstück entdeckt, was den Fahrer teuer zu stehen kommt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.