Änderung des Flächennutzungsplans werden am 6. September im Rathaus besprochen

Vorranggebiet für Windräder: Gegner fordern Rotmilan-Schutz

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Ein Rotmilan (Milvus milvus): Gegner des Windkraftprojekts in der Gemeinde Adelebsen setzen sich für den Schutz der Greifvogelart ein. 

Adelebsen. In der Gemeinde Adelebsen ist ein Streit um ein geplantes Vorranggebiet für Windkraftanlagen entbrannt. Die Gegner fordern Schutz für den Rotmilan.

Der Bauausschuss der Gemeinde beschäftigte sich am Dienstag mit dem Thema und empfahl dem Rat eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans. Schon seit einigen Jahren ist das Vorranggebiet zwischen Barterode und Esebeck Thema in den Gremien der Gemeinde. In der vergangenen Woche haben die Stadtwerke Göttingen bei der Gemeinde den Bau von fünf Windkraftanlagen angemeldet. Und die Gegner des Projektes befürchten, dass noch weitere Windräder hinzukommen.

Sie verlangten bei der Bauausschusssitzung eine zweite Auslegung des Flächennutzungsplanes. Das Argument: Der Bürgerinitiative gegen das Projekt liegen Informationen vor, dass ein Rotmilanhorst, der im Rahmen eines Forschungsprojektes der Uni Göttingen mit Brutnachweis auf der Fläche zwischen Barterode und Esebeck festgestellt wurde, nicht in den aktuellen Entwurf eingearbeitet worden sei. Sollte der Milanhorst in der Planung entsprechend berücksichtigt werden, so ist aus Sicht der Gegner Windkraft auf der Fläche zwischen Barterode und Esebeck kaum noch möglich.

Bei der Bauausschusssitzung wurde von den Vertretern der Gemeinde deutlich gemacht, dass alle verfügbaren Informationen berücksichtigt worden seien. Ein Mitarbeiter eines Planungsbüros, das für die Gemeinde tätig ist, betonte, dass der Schutz von Greifvögeln Thema beim eigentlichen Genehmigungsverfahren für die Windkraftanlagen werde. Bei diesem Schritt gibt es vogelkundliche Untersuchungen.

Der Adelebser Bürgermeister Holger Frase verwies auf einen wichtigen Vorteil durch das Vorranggebiet. Dadurch werde ein Mindestabstand von 1200 Metern zur Bebauung festgeschrieben. Ohne die Ausweisung eines solchen Gebietes bestehe laut Frase die Gefahr, dass die Windräder bis auf 400 Meter an die Dörfer heranrücken. Durch den größeren Abstand sinkt laut Frase die Gefahr eines Wertverlustes der Immobilien. Außerdem sinke die Lärmbelastung (Infraschall) durch die Windräder.

Entscheidung im Rat

Über die Änderung des Flächennutzungsplans, der für die weiteren Planungen notwendig ist, wollen die Ratsmitglieder am Dienstag, 6. September, entscheiden. Beginn ist um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Adelebsen, Burgstraße 2. 

Rotmilan ist gefährdete Greifvogelart

Der Rotmilan, auch Roter Milan, Gabelweihe oder Königsweihe genannt, ist eine gefährdete Greifvogelart. In der Roten Liste der gefährdeten Arten von 2006 wird der Rotmilan als Art der Vorwarnstufe eingestuft.

Ausschlaggebend dafür sind laut Online-Lexikon Wikipedia die zum Teil erheblichen Bestandsrückgänge seit Beginn der 1990er Jahre in Deutschland, Spanien und Frankreich. Rotmilane können sehr alt werden. Ein in Freiheit aufgefundener Rotmilan war fast dreißig Jahre alt. Die tatsächliche Lebenserwartung freilebender Vögel ist jedoch bedeutend geringer. 

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