Ärger bei Telefon-Umstellung: Verbraucherschützer sammeln Daten

Telefonieren über das Internet: Die Anbieter stellen nach und nach auf diese Technik um. Doch dabei gibt es immer wieder Probleme. Foto: dpa

Göttingen. Telekommunikationsanbieter stellen Telefonanschlüsse bis 2018 auf Internet-Technik um. Doch dabei gibt es Probleme, wie die Verbraucherzentrale herausgefunden hat.

Hintergrund für die Aktion: Die Wartung alter Kabelverzweiger und Hausanschlüsse aus Kupferdraht ist zu teuer geworden. Doch es gibt Schwierigkeiten, wie Beschwerden zeigen: Die Umstellung klappt oft nicht, der Anschluss fällt wochenlang aus, Informationen über die Technik sind unzureichend und Hausnotrufe funktionsunfähig. In einer bundesweiten Umfrage wollen die Verbraucherzentralen bis zum 10. Juli Beschwerden zum IP-basierten Anschluss erfassen und auswerten.

Neue Anschlusstechnik

Die Ergebnisse sollen Politik und Anbieter zur Verfügung gestellt werden und mögliche Handlungsspielräume aufzeigen. Nicht nur die Telekom, auch andere Anbieter werden nach und nach auf die neue Anschlusstechnik, All-IP genannt, umstellen. Statt der bisherigen Anschlussleitung mit zwei Leitungen, eine für Telefon und eine für Internet, gibt es zukünftig nur noch eine Datenleitung. Telefonate werden dann ausschließlich über das Internet geführt. In welchen Gebieten Deutschlands die Umstellung wann erfolgt, ist nicht offiziell bekannt.

Bei Umstellungsproblemen erhalten die Betroffenen häufig gar keine Antwort oder Hilfe vom Telekommunikationsanbieter, so dass sie längere Zeit ihr Telefon nicht nutzen können. Das ist insbesondere für Verbraucher misslich, die ein Hausnotrufsystem an ihrem Telefonanschluss installiert haben, denn ohne Router beziehungsweise Strom funktioniert Telefonie nicht.

Viele Verbraucher haben keine Kenntnis über den Umstellungsprozess und werden nicht informiert. Eine Umstellung wird zudem oft im Zuge einer Tarifänderung vorgenommen. „Das ist nicht akzeptabel. Anbieter müssen Verbraucher ausreichend über die anstehenden Änderungen und Folgekosten informieren, eine Umstellung darf nicht so nebenbei stattfinden“, kritisiert Kathrin Körber, Göttinger Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Darüber hinaus erfolge die Umstellung nicht im Rahmen der noch verbleibenden Vertragslaufzeit des aktuellen Vertrages.

Stattdessen müsse der Verbraucher neue Verträge mit einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten abschließen oder aber den Anbieter wechseln. „In jedem Fall muss der Verbraucher aktiv werden und sich um den Umstellungs- bzw. Wechselprozess kümmern, ob er das möchte oder nicht“, sagt Rechtsexpertin Körber. (bsc)

Kontakt: Verbraucherzentrale Niedersachsen, Stichwort IP-Umstellung, Papendiek 24 bis 26, 37073 Göttingen, E-Mail: telekommunikation@vzniedersachsen.de

www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de

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