Agentur: Flüchtlinge werden den Arbeitsmarkt kaum belasten

Optimistischer Blick ins Jahr 2016: Klaus-Dieter Gläser (rechts), Chef der Göttinger Agentur für Arbeit, und Lorenz Böning, Teamleiter der Berufsberatung. Foto: Schlegel

Göttingen. Die Göttinger Agentur für Arbeit geht davon aus, dass der Arbeitsmarkt durch den Zustrom von Flüchtlingen kaum belastet wird. Die Zahl der Arbeitslosen wird nur gering steigen, so die Prognose.

Hintergrund ist eine Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Es geht davon aus, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs vom Rekordwert von 166 159 in Südniedersachsen im ersten Quartal 2015 noch einmal um 1,5 Prozent steigt. Ohnehin liegt das Beschäftigungsniveau so hoch wie lange nicht mehr. Das zeigt sich auch in der Arbeitslosenquote in der Region. Lag sie 2014 noch bei 6,7 Prozent, so ging sie 2015 auf durchschnittlich 6,3 Prozent zurück. Das liegt etwas über dem Wert für Niedersachsen mit 6,1 Prozent und knapp unter dem Durchschnittswert für Deutschland mit 6,4 Prozent.

Agenturchef Klaus-Dieter Gläser: „Die Motivation ist bei den meisten Flüchtlingen sehr hoch.“ Doch der Arbeitsmarkt habe sich im Vergleich zu den 1960er-Jahren, in denen Gastarbeiter auch ohne Sprachkenntnisse in der Produktion einsteigen konnten, gewandelt. Deshalb will die Agentur die Integration unterstützen. Ab Februar wird ein sechsköpfiges Team in Göttingen für Migranten zuständig sein. Sie unterstützen zwei Agenturmitarbeiter, die seit Sommer im Lager Friedland arbeiten. (bsc)

33 Millionen Euro für Berufsförderung

Für die aktive Arbeits- und Ausbildungsförderung stehen der Göttinger Agentur in diesem Jahr erneut etwa 33 Millionen Euro, davon eine Million Euro speziell für die Arbeit mit Migranten, zur Verfügung. Das wurde am Dienstag bekannt.

Bei den Flüchtlingen geht es zunächst um die Feststellung von vorhandenen Qualifikationen sowie um die Vermittlung von Sprachkenntnissen sowie berufsbezogenen Kenntnissen. Klaus-Dieter Gläser, Chef der Göttinger Agentur für Arbeit, stellt gleichzeitig klar: „Keiner unserer arbeitslosen Kunden muss Angst haben, dass eine notwendige Qualifizierung oder andere Unterstützungsleistung nicht gewährt wird, weil Gelder anderweitig benötigt würden.“

Ein Beispiel: Gerade bei Jugendlichen setzt die Arbeitsagentur mit konkreten Hilfen an. So sollen noch mehr junge Leute den Weg in die Ausbildung finden und diese erfolgreich absolvieren.

Die Unterstützung steht in Südniedersachsen gleich auf mehreren Säulen: So gibt es in Stadt und Landkreis Göttingen die flächendeckende Berufseinstiegsbegleitung. Damit werden schwächere Schüler an Förder-, Haupt-, Ober- und Gesamtschulen unterstützt. Ziel des gemeinsamen Projektes von Arbeitsagentur sowie Stadt und Landkreis Göttingen ist es, junge Leute beim Ziel Schulabschluss sowie bei den ersten Schritten in den Beruf zu begleiten.

Eine Art Nachhilfe für Auszubildende bieten die Ausbildungsbegleitenden Hilfen. Außerdem gibt es seit Frühsommer vergangenen Jahres die Assistierte Ausbildung. Die Mitarbeiter verstehen sich als Mittler zwischen den Auszubildenden und ihren Betrieben. (bsc)

Kontakt: Agentur für Arbeit, Bahnhofsallee 5, 37081 Göttingen, Tel. 0800/4 55 55 00, Fax 05 51/52 05 50.

www.arbeitsagentur.de/goettingen

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