Aktionstag in Göttingen: Bauern kamen mit Passanten ins Gespräch

Landvolk-Aktionstag am Alten Rathaus in Göttingen: Dabei suchten die Landwirte das Gespräch mit den Passanten. Foto: phl/Landpixel

Göttingen/Einbeck. Unterstützend zur „Wir machen Euch satt“-Demo am Samstag in Berlin fanden landesweit zu Beginn der Internationalen Grünen Woche etliche Info-Aktionen niedersächsischer Landwirte statt – so auch in Göttingen und Einbeck.

Mit über 120 Landwirten waren die landwirtschaftlichen Verbände unter der Federführung des Landvolk Göttingen am Samstag in der Göttinger Fußgängerzone präsent und informierten am Marktplatz vorm Gänseliesel über moderne Landwirtschaft. Parallel dazu fuhren 18 Schlepper in einem Korso mit Polizeigeleit über die Göttinger Straßen und informieren so über die Aktion in der Innenstadt. Bei kalt-trockenem Wetter nahmen die Passanten in der City das Gesprächsangebot an und interessierten sich vor allem für Fragen der Tierhaltung, aber auch für die Erlössituation und was denn der Konsument direkt tun könne, damit der Landwirt eine entsprechende Entlohnung für seine Arbeit erhalte.

Um mit den richtigen Leuten ins Gespräch zu kommen hatten sich die Landwirte neben ihren gelben „Frag doch mal den Landwirt“-Westen auch Plakate umgehängt mit Abbildungen der Tiere, die sie halten. „Das war eine gute Aktion mit vielen sachlichen Fragen von meist gut informierten Leuten. Sowohl bei den Landwirten als auch den Verbrauchern hat man an diesem Tag nur in entspannte Gesichter geschaut“, sagt der Göttinger Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner.

Eine auffallende Info-Aktion stellte auch das Landvolk Northeim-Osterode auf die Beine: Mit 30 Teilnehmern von Landvolk, Maschinenring, Landfrauen und Landberatung informierten sie in der Einbecker Altstadt über ihre Arbeit, als Anziehungspunkt hatten sie einen großen Schlepper mit einer 4000 Liter fassenden Pflanzenschutzspritze aufgefahren. „Milch, Schweine, Geflügel, Getreide - wir haben über nahezu alle Themen gesprochen“, sagt Karina Wulf, Pressereferentin beim Landvolk-Kreisverband. Alle seien motiviert gewesen, es habe Spaß gemacht - und 2018 sei man wieder mit dabei.

Den Landwirten gehe es bei den Aktionen um das Vertrauen der Verbraucher, das verloren ginge: „Paradoxerweise, denn Lebensmittel in Deutschland erfüllen nicht nur die höchsten Standards, sie gelten auch als besonders sicher. Und das zu einem besonders günstigen Preis“, erläutert Achim Hübner.

Gesellschaftliche Diskussion

Auch dafür arbeiteten die Landwirte Tag für Tag. Daher würden viele Landwirte die gesellschaftliche Diskussion um sie und ihre Produkte als oftmals zu undifferenziert empfinden. Landwirtschaft stehe zweifelsohne im öffentlichen Fokus. Miteinander reden und für gegenseitiges Verständnis eintreten sei hierbei der beste Weg für einen konstruktiven Dialog. (phl)

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