Aktionstag zur Schokolade - Einsatz für den fairen Handel

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Einsatz für fairen Kakaohandel: (von links) Guillermo Garnica und Guillermo Wilhelm Mertes versorgten die Göttinger mit Schokoladen-Spezialitäten. Foto: Brüßler

Göttingen. „Make chocolate fair“ war das Motto für den Göttinger Aktionstag rund um die Schokolade. Gereicht wurden Spezialitäten aus Ghana, Indonesien und Mexiko.

Es ging aber auch grundsätzlich um den fairen Handel: Göttingen ist seit 2011 übrigens ine der 120 deutschen Fairtrade-Städte.

Organisiert hatte die Veranstaltung der Verein der Mexikaner in Göttingen zusammen mit der Katholischen Hochschulgruppe sowie dem Entwicklungspolitischen Informationszentrum. Geboten wurden unter anderem eine Schokoladenverkostung, musikalische Einlagen sowie Vorträge rund um die Geschichte des Kakaos und den Anbau in Ghana, Indonesien und Mexico. Außerdem wurden in der Kurzen Straße Spenden für Kleinbauern gesammelt.

Die Veranstalter des Aktionstags setzten sich ein für eine faire Bezahlung von Kakaobauern und deren Arbeitern sowie die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten. Momentan hätten die Arbeiter in den drei Ländern mit geringen Einkommen, fehlendem Gesundheitsschutz und Mangelernährung zu kämpfen. Auch Kinderarbeit sei in der Branche keine Seltenheit. „70 Prozent der Erträge aus dem Verkauf gehen an die Unternehmen und nur sechs Prozent an die Kakaobauern“, sagte Alina Neitzke vom Verein Mexikaner in Göttingen. Mitstreiter Guillermo Garnica ergänzte: „Eigentlich sind die klimatischen Bedingungen in Mexiko die besten, allerdings geht das Kulturgut Kakao dort immer mehr verloren, weil es sich für die Kakaobauern einfach nicht mehr rentiert.“

Ghanaische Doughnuts und Kochbanane sowie indonesischer Crepe und verschiedene mexikanische Kakao-Spezialitäten standen für die vielen Besucher zur Verkostung bereit. Am Stand von Magdalena Trab und Merve Kara standen fünf verschiedene Schokoladenarten zur Probe bereit, die über die unterschiedlichsten Gütesiegel verfügten. Je nach Gütesiegel seien Konsistenz, Farbe und Zuckergehalt sehr unterschiedlich, bemerkten einige Interessierte.

Auch konnten die Besucher die wohl beste Kakao-Bohne Mexikos aus der roten Criollo- Frucht probieren. Der Kilo-Preis beträgt etwa 22 Euro. „Der mexikanische Kakao beinhaltet Bestandteile wie Honig, Chili, Archiole, Blüten und Kräuter“, erklärte Guillermo Wilhelm Mertes. „Ursprünglich war er Nahrung für die Krieger, bestehend aus Maissuppe und Schokolade zur Stärkung.“

Die unbekannte Mischung wurde von vielen Göttingern erst kritisch beäugt, dann aber für gut und sättigend befunden. „Der Grund dafür ist, dass dem in Deutschland bekannten Kakao zwischen 70 und 80 Prozent Zucker beigefügt werden“, erklärte Mertes.

Von vielen Sponsoren und Interessierten unterstützt, war der erste Aktionstag rund um die Schokolade ein großer Erfolg.

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