Aktivisten verhinderten Vortrag von ehemaligem Bundeswehr-Soldaten

Göttingen. Der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Göttingen kritisiert den Auftritt von Protestierenden bei einer Veranstaltung des Bundesverbandes Sicherheitspolitik an Hochschulen (BSH) mit einem ehemaligen Fallschirmjäger der Bundeswehr Johannes Clair.

Eine Gruppe lärmender Anti-Militaristen, wie der AStA schreibt, hatte den Vortrag so lange gestört, bis er vom Veranstalter beendet wurde. Bereits einige Wochen zuvor war eine Veranstaltung des BSH nach Störungen abgebrochen worden.

Der AStA kritisiert diese Art des Protestes und betont, dass eine freie Meinungsbildung und der Austausch von unterschiedlichen Meinungen und Positionen wichtig und in politischer Hinsicht unabdingbar sei. „Weil dem Referenten nicht die Möglichkeit gegeben wurde, seine Sicht darzustellen und Diskussionsangebote abgelehnt wurden, konnte eine solche Auseinandersetzung nicht stattfinden.“

Studierende sollten selbst entscheiden können, mit welchen Themen sie sich beschäftigen wollen. Deshalb kritisiert der AStA, dass der Vortragende durch die Störungen nicht zu Wort kam und somit gezwungen war, seine Veranstaltung zu beenden.

Keine Bundeswehr am Campus

Gerade die Universität aber sollte nach Meinung des AStA ein Ort sein, an dem sich Studierende mit unterschiedlichen Themen auseinandersetzen und diese reflektieren können.

Die studentische Vertretung betont aber auch, „dass die Anwesenheit von Bundeswehr auf dem Campus abgelehnt wird“. Die Universität solle ein Ort sein, an dem Wissenschaft und Forschung frei von staatlichen Gewalten sind.

Die Aktivisten jedenfalls sehen den Veranstalter BSH kritisch: Der Verband stellt aus Sicht der Aktivisten eine „Vorfeldorganisation der Bundeswehr“ dar. Er sei von studentischen Reservisten gegründet worden. Zudem betone der BSH die „Notwendigkeit von Streitkräften“, weshalb befürchtet werden könnte, dass eine ausgewogene und differenzierte Darstellung von sensiblen Themen wie etwa Auslandseinsätzen der Bundeswehr schwierig sei, teilt der AStA mit. (tko)

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