Aktuelle Studie: Göttingen braucht fast 5000 neue Wohnungen

Blick auf die Göttinger Innenstadt: Die Uni-Stadt braucht dringend neue Wohnungen. Das ergab eine aktuelle Studie. Foto: Rampfel

Göttingen. Die Einwohnerzahl der Stadt Göttingen wächst weiter. Folge: Die Universitätsstadt braucht deshalb bis 2030 fast 5000 neue Wohnungen.

Bislang war man von etwa 4000 fehlenden Wohnungen bis 2025 ausgegangen. Das ist die Bilanz einer aktuellen Studie.

Zusätzlicher Bedarf

Das Hamburger Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH (GEWOS) hat bis 2030 ein Bedarf von zusätzlich insgesamt 4820 Wohnungen errechnet, davon 3460 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sowie 1360 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind 900 Wohneinheiten mehr als in der Studie aus dem Jahr 2013 prognostiziert wurde. Daraus ergibt sich ein Flächenbedarf von 122,2 Hektar – das entspricht einer Fläche von 160 Fußballfeldern.

Einwohner-Plus

Die Zahl der Einwohner hat in der Stadt Göttingen in den vergangenen fünf Jahren bereits um etwa 4000 auf aktuell 132 900 zugenommen. Dabei profitiert die Stadt Göttingen einerseits vom verstärkten Zuzug aus dem Umland, vor allem jedoch von einem in den vergangenen Jahren konstant hohen Zuzug aus dem Ausland. Dafür ist vor allem die Anziehungskraft der Hochschullandschaft Göttingens für ausländische Studierende und Wissenschaftler verantwortlich.

Angespannter Markt

Der Göttinger Wohnungsmarkt ist seit Jahren angespannt. Dies liegt unter anderem daran, dass die Nachfrage nach Wohnraum aufgrund der zunehmenden Zahl der Haushalte konstant hoch bleibt. Hintergrund: Es gibt mehr Single-Haushalte. Gleichzeitig wurden in den vergangenen Jahren zu wenig neue Wohnhäuser gebaut. Vor allem bei den günstigen Wohnungen besteht in Göttingen viel mehr Nachfrage als Angebot.

Verdichtete Bauweise

Laut der Studie ist es erforderlich, dass mit den vorhandenen Flächen sparsam umgegangen wird. Dabei könnte es künftig darum gehen, mit verdichteter Bauweise und geringfügig verkleinerten Wohnungsgrößen mehr Wohnungen auf der gleichen Fläche zu realisieren. Außerdem sollen wichtige Grünflächen bei der Bebauung ausgespart werden.

Diskussion

Die Göttinger Verwaltung entwickelt momentan Varianten, um den berechneten Flächenbedarf zu reduzieren. Gleichzeitig sollen Bereiche festgelegt werden, die kurz- und mittelfristig für die Wohnbebauung geeignet sind. Während der Diskussion über den künftigen Flächennutzungsplan soll darüber beraten werden.

Köhler und Neubauten

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler geht davon aus, das zwei- bis dreitausend neu gebaut werden müssen. 

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