Aktuelle Studie: Insekten lieben vielfältige Landschaften

Roter Apollofalter: Gefährdete Schmetterlingsarten kommen in kleinräumig strukturierten Landschaften häufiger vor als in ausgeräumten Agrarlandschaften. Foto: Dr. Jochen Krauss/Universität Würzburg/nh

Göttingen. Eine kleinräumige Landschaftsstruktur fördert die Insektenvielfalt im Grünland. Es kann sogar negative Auswirkungen einer intensiven Landnutzung ausgleichen.

Das haben Agrarökologen der Universitäten Göttingen und Würzburg herausgefunden. Die Forscher konnten unter anderem zeigen, dass spezialisierte, ausbreitungsschwache und oftmals gefährdete Schmetterlingsarten in kleinräumig strukturierten Landschaften häufiger vorkommen als in ausgeräumten Agrarlandschaften. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Journal of Applied Ecology“ erschienen.

Dr. Catrin Westphal

Die Wissenschaftler untersuchten anhand von 91 Beispielflächen in Deutschland, welche Auswirkungen die Zusammensetzung und räumliche Struktur der Agrarlandschaft und die Intensität der Landnutzung auf die funktionelle Zusammensetzung von Schmetterlingsgemeinschaften im Grünland haben. „Die positiven Effekte einer kleinräumigen Landschaftsstruktur im Grünland können sogar negative Auswirkungen einer intensiven Landnutzung ausgleichen, so dass selbst auf intensiv genutzten Grünlandflächen funktionell diverse Artengemeinschaften mit vielen kleinen, spezialisierten und ausbreitungsschwachen Arten vorkommen“, erläutert die Leiterin der Studie, Dr. Catrin Westphal von der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen.

„Um den Rückgang der Artenvielfalt in Agrarlandschaften zu stoppen, sollte neben dem lokalen Management von Lebensräumen auch die Heterogenität von Agrarlandschaften erhalten oder verbessert werden“, ergänzt Abteilungsleiter Prof. Dr. Teja Tscharntke. „Dies wäre auch ein Ziel für die EU-Biodiversitätsstrategie 2020.“ Die Studie ist Teil des Forschungsprojekts „Exploratorien zur funktionellen Biodiversitätsforschung“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft. (bsc)

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