Ambulanz für richtigen Blutdruck: Spezial-Schrittmacher im Einsatz

Ein Blutdruck-Schrittmacher: Göttinger Mediziner haben inzwischen große Erfahrung damit. Foto: CVRx/Minneapolis/nh

Göttingen. Für viele Patienten ist Bluthochdruck ein Riesenproblem: Eine Spezialambulanz der Universitätsmedizin hat weltweit die meiste Erfahrung mit Spezial-Schrittmachern für den Blutdruck.

Mehrere Medikamente: Vor allem Patienten, deren Blutdruck mit drei oder mehr Medikamenten nicht angemessen eingestellt werden kann, sowie Patienten, die bereits fortgeschrittene Organschäden aufweisen, können in der Ambulanz optimal betreut werden. Für Patienten mit besonders schwerem Bluthochdruck besteht zudem die Möglichkeit, sich mit einem Blutdruck-Schrittmacher, dem so genannten Barorezeptor-Schrittmacher, behandeln zu lassen.

Bereits über 70 Patienten: Die Blutdruckexperten der UMG haben mit über 70 behandelten Patienten die weltweit größte Erfahrung mit dem neuen Schrittmacher. „Patienten werden in einer besonderen Spezialambulanz durch geschultes Personal betreut“, sagt Prof. Dr. Rolf Wachter, der stellvertretende Leiter der Spezial-Ambulanz. Neben der Krankenversorgung werden in dem für ihr Behandlungskonzept von der Deutschen Hochdruckliga (DHL) zertifizierten und ausgezeichneten Göttinger Zentrum auch verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen zur Bluthochdrucktherapie vorgenommen.

Individuelle Behandlung: Die wissenschaftliche Anbindung eröffnet die Möglichkeit, die Behandlung der Patienten individuell noch zu verbessern“, berichtet Ambulanz-Leiter Prof. Dr. Michael Koziolek. Die Forscher der Universitätsmedizin konnten bereits nachweisen, dass die neue Schrittmachertherapie eine schützende Wirkung für durch den Bluthochdruck angegriffene Nieren sowie einen positiven Einfluss auf die Gefäßfunktion und den Zuckerhaushalt hat.

Viele Betroffene: Etwa 30 Prozent der 45-Jährigen und mehr als die Hälfte der 65-Jährigen leiden an Bluthochdruck. Der Bluthochdruck ist Ursache vieler Folgeschäden an Hirn, Augen, Herz, Gefäß und Nieren. Als führender Risikofaktor ist er mit einem Anteil von sieben Prozent an allen geschätzten krankheitsbedingten Todesfolgen und Behinderungen weltweit beteiligt.

Gemeinsame Betreuung: Die Patienten werden in der Göttinger Universitätsmedizin über Fachgrenzen hinweg von der Klinik für Nephrologie und Rheumatologie sowie von der Klinik für Kardiologie und Pneumologie gemeinsam betreut.

Kontakt: Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Nephrologie und Rheumatologie, Prof. Dr. Michael Koziolek, Telefon 0551/39-8508, Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen, E-Mail: mkoziolek@med.uni-goettingen.de www.med.uni-goettingen.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.