Urteil

Amtsgericht Duderstadt verurteilt „falschen Polizisten“ zu vier Jahren Haft

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Amtsgericht Duderstadt: Hier wurde ein weiteres mutmaßliches Mitglied einer bundesweit agierenden Betrügerbande verurteilt, deren Mitglieder sich als falsche Polizisten ausgaben.

Das Amtsgericht Duderstadt hat am Mittwoch ein weiteres mutmaßliches Mitglied einer bundesweit agierenden Betrügerbande verurteilt, die gezielt Senioren mit dem „Falsche-Polizisten-Trick“ um ihr Vermögen zu bringen versucht.

Eines der Bandenopfer war eine 86-jährige Frau aus Duderstadt. Diese war 2018 mit perfiden psychologischen Tricks dazu gebracht worden, nach und nach insgesamt 290.000 Euro herauszugeben. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 30-jährige Angeklagte daran mitgewirkt hatte. Er habe sich damit des gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Betruges schuldig gemacht. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren.

Nach Angaben eines Justizsprechers folgte das Gericht damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch plädiert. Der 30-Jährige hatte die Vorwürfe bestritten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte ist bereits einschlägig vorbestraft. Im Januar 2019 hatte ihn das Amtsgericht Kronach wegen einer ähnlichen Betrugsaktion zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt. Diese Strafe wurde in das jetzt verhängte Urteil einbezogen. Außerdem soll er an einem Coup in Mainz beteiligt gewesen sein, bei dem Betrüger von einem älteren Ehepaar Goldbarren im Wert von 54.000 Euro ergaunerten. Das Amtsgericht Mainz verurteilte ihn deshalb im Dezember 2019 zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren.

Die Staatsanwaltschaft warf dem 30-jährigen türkischen Staatsangehörigen in dem jetzigen Prozess vor, dass dieser sich mit mindestens zwei weiteren Personen zusammengeschlossen habe, um gemeinschaftlich und arbeitsteilig Betrugstaten zu begehen.

Die meist älteren Geschädigten seien durch Telefonate, die aus einem Callcenter in Istanbul geführt wurden, überrumpelt und unter Druck gesetzt worden. Die Anrufer hätten sich als Polizisten oder Staatsanwälte ausgegeben und behauptet, dass die Senioren Opfer von Hackern, korrupten Bankmitarbeitern oder falscher Notare geworden seien. Deshalb müssten sie ihr Geld in Sicherheit bringen und den vermeintlichen Polizisten übergeben.

VON HEIDI NIEMANN

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