Prozess-Auftakt am Landgericht Göttingen 

Angeklagter muss sich wegen versuchten Mordes an Ex-Freundin verantworten

+
Polizei im Einsatz am Kauf Park: Etwa ein halbes Jahr nach der Messerattacke auf seine Ex-Freundin muss sich der Angeklagte wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten.

Göttingen. Ein halbes Jahr nach einer Messerattacke auf eine 22-jährige Frau am Einkaufszentrum Kauf Park in Göttingen hat am Dienstag vor dem Landgericht der Prozess gegen ihren Ex-Freund begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24-Jährigen versuchten Mord und zahlreiche weitere Gewaltdelikte vor.

Laut Anklage soll er seine einstige Lebensgefährtin während ihrer rund ein Jahr dauernden Beziehung vielfach vergewaltigt und körperlich misshandelt haben. Kurz nachdem sie sich von ihm getrennt hatte, habe er sie mit einem Messer attackiert. Die 22-Jährige erlitt bei dem Angriff schwere Schädel- und Hirnverletzungen und musste im Uni-Klinikum operiert werden. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte einen möglichen Tod des Opfers billigend in Kauf genommen.

Der Angeklagte machte zum Prozessbeginn keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 24-Jährige hochgradig eifersüchtig gewesen sei und die Trennung nicht akzeptieren wollte. Schon vor der Messerattacke sei er gegenüber der 22-Jährigen immer wieder gewalttätig geworden. So habe er sie zwischen dem Winter 2016 und Juni 2017 insgesamt 19-mal vergewaltigt und misshandelt.

Nach der Trennung habe er die 22-Jährige beim Einkaufen aufgesucht, heißt es in der Anklage. Er habe sie in den Arm genommen und geküsst. Als sie schrie, dass sie das nicht wolle, habe er sie wieder geküsst und gesagt, dass es ihm leidtue und er gar nichts mache. Er habe gefragt, ob sie sich wiedersehen würden, was sie aus Angst bejaht habe. Der Angeklagte habe gesagt, dass er ihr nicht glaube und die Trennung nicht akzeptiere.

Als die 22-Jährige gehen wollte, habe ihr der Angeklagte einen Faustschlag ins Gesicht verpasst, sodass sie zu Boden ging. Mit den Worten „Wenn ich dich nicht haben kann, dann kann dich keiner haben!“ habe er ein Klappmesser gezogen und in den Nackenbereich gestochen.

Er habe versucht, das Messer wieder herauszuziehen, was ihm erst gelungen sei, nachdem er sich mit dem Fuß auf ihrem Kopf abgestützt habe. Dann habe er erneut massiv zugestochen und ihr eine fünf Zentimeter tiefe Stichwunde unterhalb der linken Brust zugefügt.

Der 24-Jährige stellte sich erst drei Wochen nach der Tat der Justiz und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem bereits einschlägig Vorbestraften ferner vor, im März vergangenen Jahres mit einem Kumpanen an seinem Wohnort Rosdorf einen betrunkenen Mann mit Fäusten zu Boden geschlagen zu haben. Anschließend hätten sie ihn weiter geschlagen und getreten. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.