43-Jähriger soll auch Blei in Säfte gemischt haben

Anklage: Versuchter Mord an Ehefrau mit Quecksilber

Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier wird demnächst der Prozess gegen den 43-Jährigen eröffnet. Archivfoto: Schlegel

Bovenden/Göttingen. Wegen einer Serie von Giftanschlägen auf seine Ehefrau muss sich demnächst ein 43-jähriger Mann vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft hat den aus Bovenden stammenden Mann wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Der 43-Jährige soll zwischen Mai und Oktober 2014 versucht haben, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau mithilfe von Schwermetallen zu töten. Nach den Erkenntnissen der Ermittler soll er mit einer Spritze Quecksilberkügelchen in die Lüftungsschächte ihrer beiden Autos sowie in den Ventilator des Backofens und in den Toaster eingebracht haben. Dadurch sei die 38-Jährige über einen längeren Zeitraum giftigen Quecksilberdämpfen ausgesetzt gewesen, sagte am Dienstag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Andreas Buick. Außerdem soll er seiner Ehefrau Säfte verabreicht haben, die er zuvor mit Bleiacetat versetzt hatte.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 43-Jährige seine Frau töten wollte, um sich seinen Zahlungsverpflichtungen bei einer bevorstehenden Scheidung zu entziehen. Die 38-Jährige litt in Folge der monatelangen Schwermetallbelastung unter erheblichen Gesundheitsbeschwerden, die sie sich zunächst nicht erklären konnte. Im Oktober vergangenen Jahres entdeckte sie dann im Backofen verdächtige Kügelchen, die sich als Quecksilber entpuppten.

Im Dezember wurde der Ehemann verhaftet, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Der 43-Jährige habe die Tat eingeräumt, bestreite aber, dass er seine Ehefrau habe töten wollen, sagte Buick.

Die 38-Jährige habe gravierende Gesundheitsschäden davongetragen. Sie musste außerdem aus dem ursprünglich gemeinsam bewohnten Haus ausziehen. Laut einem Gutachten ist es durch die Kontamination unbewohnbar geworden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.