Appell: Grenzdurchgangslager Friedland soll entlastet werden

Entlastung fürs Grenzdurchgangslager: Das fordern die Unterzeichner des Friedländer Appells. Foto: dpa

Friedland. Das Land soll das Grenzdurchgangslager Friedland entlasten. Das fordern Landrat Bernhard Reuter, Bürgermeister Andreas Friedrichs, Ortsbürgermeister Wilfried Henze und Lagerpastor Martin Steinberg in einem Appell.

„Die Zustände sind nicht mehr tragbar. Die Einrichtung ist für bis zu 700 Menschen ausgelegt, mittlerweile sind knapp 3500 Menschen in der Einrichtung“, heißt es in der Erklärung. Die Umstände seien für die Mitarbeiter, die Hilfsorganisationen und die Flüchtlinge sehr belastend.

Die Landesaufnahmebehörde am Standort Grenzdurchgangslager Friedland sei eine offene Einrichtung mitten in der 1200-Einwohner-Ortschaft, heißt es in dem Appell. „Sie hat keinen Zaun und keine Mauern. Dies ist ein Segen, weil nur so eine gelebte Willkommenskultur möglich ist. Dieser Segen darf aber nicht zum Fluch werden“, so die Unterzeichner des Appells. Wenn 3500 Menschen auf engem Raum über Wochen und Monate zusammen leben, führt das zu Konflikten, Frust und sozialen Spannungen, heißt es in dem Schreiben.

Mit Verständnis reagierte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius auf das Schreiben. Gleichzeitig macht er deutlich, dass sich die Belegungszahl im Lager Friedland in den vergangenen Wochen bereits deutlich verringert habe. Vom 21. bis 29. September wurde das Grenzdurchgangslager Friedland um etwa 580 Personen entlastet, heißt es aus dem Ministerium. Dazu habe man die Neuankömmlinge vollständig in die über 30 seit Ende August eingerichteten Notunterkünfte weitergeleitet und zeitgleich Flüchtlinge aus Friedland auf die Kommunen verteilt. Pistorius kündigte unterdessen an, dass das Land Niedersachsen die verfügbaren Plätze in den Notunterkünften bis Jahresende auf mindestens 25 000 erweitern werde. (bsc)

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