Rückführung soll am Montag erfolgen

Arbeitskreis Asyl kämpft für kleine somalische Familie

Göttingen. Der Göttinger Arbeitskreis Asyl kämpft gegen die Rückführung einer kleinen somalischen Familie nach Italien. Das Paar und sein gemeinsames drei Monate altes Baby soll am Montag, 3. November, nach Südeuropa gebracht werden.

Die kleine Familie lebt nach Angaben des Arbeitskreises in Göttingen. Den Migranten sei von der Ausländerbehörde mitgeteilt worden, dass sie sich am Montag mit gepackten Koffern bereithalten sollen, um von der Polizei abgeholt zu werden.

„Die beiden Eltern sind aus Somalia nach Europa geflüchtet. Die Flüchtlinge haben, durch den dortigen Krieg, der Alltäglichkeit von Gewalt und der jahrelangen Flucht, viele traumatische Erlebnisse durchgemacht“, heißt es in einer Mitteilung des Arbeitskreises Asyl. Der Mann landete zunächst in Italien. Da die Situation für ihn dort aussichtslos war, sei er weiter nach Deutschland und schließlich nach Göttingen geflüchtet. Inzwischen wurde er Vater einer kleinen Tochter.

„Erneut zeigen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die Göttinger Ausländerbehörde ihre Unbarmherzigkeit – um jeden Preis soll die Familie durch eine Abschiebung nach Italien zurückgezwungen werden“, heißt es in der Mitteilung. Dort erwarte die Familie Obdachlosigkeit und eine unzureichende medizinische Versorgung. „Anerkannte Flüchtlingsfamilien übernachten in Parks oder besetzten leer stehende und verfallene Gebäude“, kritisiert der Arbeitskreis Asyl.

„Die drohende Abschiebung belastet beide Elternteile, besonders die Frau, die sich gerade eigentlich von der Geburt ihres Kindes erholen müsste. Durch den Druck besteht die Gefahr einer Retraumatisierung“, sagt der Arbeitskreis Asyl. Er will nicht zulassen, dass das Glück dieser kleinen Familie zerstört wird und fordert das Bundesamt und die Ausländerbehörde Göttingen dazu auf, ihren Handlungsspielraum zu nutzen und die Rückführung nach Italien zu stoppen.

Der Landkreis Göttingen ist nach eigenen Angaben in diesem Fall nicht zuständig. „Es handelt sich um nicht Flüchtlinge, die uns zugewiesen wurden“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. (bsc)

www.papiere-fuer-alle.org

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.