Offener Brief der Assistenzärzte

Mögliche Missstände: Asklepios reagiert auf Brief

Steht momentan im Fokus der Öffentlichkeit: Die psychiatrische Klinik des Konzerns Asklepios in Göttingen. Foto:  Wüstefeld
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Steht momentan im Fokus der Öffentlichkeit: Die psychiatrische Klinik des Konzerns Asklepios in Göttingen.

Göttingen. Nach dem offenen Brief der Assistenzärzte der psychiatrischen Klinik Göttingen des Konzerns Asklepios’, in dem auf mögliche Missstände in der Klinik hingewiesen wurde, melden sich nun die Chefärzte und Führungskräfte zu Wort.

Mit einem Brief, der unserer Zeitung vorliegt, wollen sie die aufgestellten Behauptungen klarstellen. Unterschrieben haben den Brief drei Chefärzte, Geschäftsführer Manfred Huppertz, Pflegedirektor Jörn Heinecke sowie der Ärztliche Direktor, Dr. med. Manfred Koller.

Dass die therapeutischen Angebote drastisch gekürzt werden sollen, sei nicht zutreffend: Das Angebot der Physiotherapie habe sich nicht verringert, die Schließung des Bewegungsbades werde durch ein „verbessertes Angebot“ bei der Arbeit an Übungsgeräten kompensiert. Zudem gebe es in der Arbeitstherapie zwar keine Angebote in der Tischlerei und der Schlosserei mehr, das aber nur zugunsten der Fahrradwerkstatt, der Druckerei, Nähstube und Polsterei.

Genügend Material

Dass es eine Rationierung von Heil- und Verbandmitteln gebe, wie von den Assistenzärzten geschrieben, sehen die Chefärzte und Führungskräfte anders. Auf mehreren Stationen, auf denen zum Beispiel Verbände und Infusionen häufig verwendet würden, sei das gesamte Material vorhanden. Von dort könnten „jederzeit die erforderlichen Materialien in den benötigten Mengen bezogen werden“.

Auch eine Verringerung des Hygienestandards, wie von den Assistenzärzten geschrieben, gebe es nicht. Der „Katalog mit den Leistungsbeschreibungen“ sei durch den Anbieterwechsel der Reinigungsfirma im Jahr 2012 nicht verändert worden. Das habe der Arzt, der für die Hygiene zuständig ist, bestätigt. Ebenso gebe es seitdem keine Arbeitsverdichtung.

Genügend Mitarbeiter

Eingehalten würden auch die ärztlich angeordneten Intensivbetreuungen durch den pflegerischen Dienst. Durch die zunehmende Schwere der Krankheitsbilder der Patienten steige zudem der Bedarf an Einzelbetreuungen. Zur Absicherung dieser könne auf ein Pool von 60 Mitarbeitern „für eine bedarfsgerechte Personalverstärkung“ zurückgegriffen werden. Die Assistenzärzte hatten in ihrem Brief Bedenken daran geäußert, dass Patienten im Zweifel nicht ausreichend betreut werden könnten, weil es im pflegerischen wie auch im ärztlichen Dienst Kürzungen gebe.

Ein Beleg für die „hohe Qualität“ im Asklepios-Fachklinikum Göttingen sei ein Anfang Juni erneut erworbenes Zertifikat nach dem KTQ-Verfahren, heißt es in dem Brief. Das Ziel des Verfahrens ist die Optimierung von Prozessen innerhalb der Patientenversorgung. (cow)

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