Asta will nicht an Flüchtlings-Ausstellung teilnehmen: Jusos kritisieren Entschluss

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Ja zu den Studenten, aber Nein zu Flüchtlinge? Gegen diesen Vorwurf der Jusos-Hochschulgruppe wehrt sich der Allgemeine Studierendenaussschuss mit Sitz an der Goßlerstraße in Göttingen.

Göttingen. Schwere Vorwürfe erhob die Jusos-Hochschulgruppe Göttingen auf ihrer Facebook-Seite gegen den Allgemeinen Studierendenaussschuss (Asta) der Georg-August-Universität Göttingen, nachdem dieser seine Teilnahme an der Kunstausstellung „Kulturstühle" zurückzog. Nun äußerte sich der Vorsitzende der Asta dazu.

Das Hauptaugenmerk hatten die Jungsozialisten auf die Aussage von Asta-Vorsitzenden Daniel Pichl in einer hochschulinternen E-Mail gelegt, der Asta nehme deswegen nicht teil, weil ihm die gesamte Aktion zu allgemeinpolitisch sei. Gerade der Studierendenaussschuss sollte die Studenten unterstützen, die sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge engagieren, so die Jusos-Hochschulgruppe auf ihrer Facebook-Seite. „Meine Aussage wurde in ein falsches Licht gerückt“, äußerte sich Pichl nun zu den Vorwürfen.

„Wir haben uns nicht komplett aus dem Projekt ausgeklinkt, sondern wir wollen nur nicht hauptverantwortlich mittätig sein.“ Aufgrund ihrer begrenzten finanziellen und personellen Kapazitäten wolle man sich zudem nicht zu stark bei der Ausstellung engagieren, die dem Ausschuss nach anfänglichem Interesse zu wage organisiert vorkomme. Zuletzt hätten hohe Nachforderungen der Deutschen Rentenversicherung ein Loch in die Finanzen des Asta gerissen. Zudem kümmere man sich momentan um die Betreuung der künftigen Erstsemester.

„Die Referenten des Asta sind nach Auffassung der Rentenversicherung sozialversicherungspflichtig, obwohl sie ein Ehrenamt ausüben. Alle Aufwandsentschädigungen gelten nun als Hinzuverdienst“, erklärt Pichl. Deswegen musste der Asta im September etwa 76 000 Euro an die Deutsche Rentenversicherung nachzahlen.

Mit der Organisation der Erstsemesterbetreuung ist das 20 Personen umfassende Team ebenfalls stark beschäftigt. Etwa 6700 neue Studierende werden im kommenden Wintersemester an der Uni erwartet: Sie erhalten Campusführungen, Info-Abende, Vorträge und Beratungsangebote, um die sich der Asta kümmert.

Das Kunstprojekt ziele im Übrigen laut Pichl zu stark darauf ab, das allgemeine Bild gegenüber den Flüchtlingen zu verbessern. Die Ausstellung „Kulturstühle“ der Gruppe „anders.art.leben“ zeigt Stühle, die von jungen, unbegleiteten Flüchtlingen gestaltet wurden. „Was die Ausstellung vermitteln will, gehört unserer Meinung nach nicht zu den Kernaufgaben des Asta“, sagt Pichl und beruft sich auf Paragraf 20 des Niedersächsischen Hochschulgesetzes.

Pichl hat stattdessen der Künstlerin Carola Kühler, die die Ausstellung „Künstlerstühle“ initiierte, seine Hilfe bei der Öffentlichkeitsarbeit zugesagt. Er betont, dass sich der Asta Göttingen entgegen aller Vorwürfe stark für Flüchtlinge engagiere, nur eben mit anderen Projekten: So unterstützt er die Göttinger Organisation „Conquer Babel“, die durch Übersetzungsdienste und Deutschunterricht Sprachbarrieren abbauen will.

 

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