Kernkraftgegner überreichten Unterschriftenliste vor Göttinger Büro der Liberalen

Atomalarm bei der FDP

Demonstranten vor der Tür: Mit Trommeln und Pfeifen setzten sich die Atomkraftgegner für den Atomausstieg ein. Für Irritationen sorgte, dass sich die Vertreter der FDP (hinten) T-Shirts mit dem Aufdruck „Kernkraft - ja sicher“ übergestreift hatten. Foto:  Schröter

Göttingen. „Atomalarm“ vor dem Büro der FDP in Göttingen: Rund 50 Atomkraftgegner haben gestern den Bundestagsabgeordneten Lutz Knopek mit Tröten, Pfeifen und Trommeln aufgefordert, nicht am Atomausstieg zu rütteln, sich gegen die geplante Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke zu stellen und sich für eine konsequente Wende zu erneuerbaren Energien einzusetzen.

„Die Mehrheit der Bevölkerung ist gegen Atomkraft“, sagte der Sprecher der Organisation Campact, Tobias Darge. Mit dieser Aktion, die Teil eines bundesweiten Aktionstages in über 50 Städten sei, wolle man den Abgeordneten deutlich machen, dass ihnen längere Laufzeiten zu Hause im Wahlkreis gehörig auf die Füße fallen, wenn sie den Pro-Atom-Kurs der Bundesregierung nicht stoppten. Unter dem lautstarkem Getöse der Teilnehmer stellte Darge die Gründe für den Atomausstieg dar. Anschließend überreichte er der FDP-Kreisvorsitzenden Christiane Brunk, die Knopek vertrat, sowie dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, Ben Schröter, eine Erklärung mit dem Titel „Atomkraft abschalten“. Diese wurde bislang bundesweit von mehr als 150 000 Menschen unterzeichnet.

„Wir bewundern ihr Engagement für dieses Thema und wir haben ein gemeinsames Ziel – den Atomausstieg“, begrüßte Christiane Brunk die Demonstranten. Die Tatsache, dass ihre Parteikollegen sich T-Shirts mit der Aufschrift „Kernkraft – ja sicher“ übergestreift hatten, gab bei den Atomkraftgegnern dennoch Anlass zur Irritation.

T-Shirts pro Kernkraft

„Alle sind sich einig, dass der Schritt ins regenerative Zeitalter erfolgen muss, es wird nur noch über den Weg dorthin diskutiert“, betonte Ben Schröter. Dabei seien für die FDP Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke unabdingbar. „Ich sehe derzeit gar keine andere Möglichkeit, weil wir es uns einfach nicht leisten können, Energie durch einen sofortigen Atomausstieg kurzfristig extrem zu verteuern.“ Welche Dauer die Laufzeitverlängerung haben müsse, hänge von Gutachten ab, die derzeit erstellt würden.

Auf die Frage, was man den 150 000 Unterzeichnern der Erklärung „Atomkraft abschalten“ entgegne, hatte Schröter eine einfache Antwort. „Ich finde es positiv, dass sich so viele Menschen mit dem Thema beschäftigen. Allerdings ist die FDP bei den Bundestagswahlen mit einem klaren Bekenntnis zur Laufzeitverlängerung angetreten und 6,3 Millionen Bürger haben uns ihre Stimme gegeben.“ www.atomkraft-abschalten.de

Von Per Schröter

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