Verkehrschaos zum Papstbesuch: Region wird zum Nadelöhr

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Der Papst.

Göttingen. Am 23. September wird Papst Benedikt XVI. bei seinem Deutschland-Besuch auch einen Abstecher ins Eichsfeld machen und einen Gottesdienst in der Wallfahrtskapelle Etzelsbach abhalten.

Für die katholisch geprägte Region im Grenzgebiet zwischen Thüringen und Niedersachsen ist der Papst-Besuch ein Jahrhundertereignis. Allerdings wird das Großereignis massive Auswirkungen auf die gesamte Region haben. Die Polizei befürchtet, dass es in Südniedersachsen ein gigantisches Verkehrschaos gibt.

Verkehrstechnisch gesehen hätten sich die Organisatoren kaum einen ungünstigeren Ort und Wochentag (Freitag) aussuchen können. Die Marienkapelle in Etzelsbach befindet sich in einem Tal zwischen Leinefelde und Heiligenstadt. Um den Ansturm von mehreren zehntausend Gläubigen bewältigen zu können, wird die nahe Autobahn 38 ab Friedland ab Freitag 0 Uhr für 32 Stunden gesperrt, um sie als Parkplatz für Busse zu nutzen. Auch die parallel verlaufende Bundesstraße 80 wird gesperrt, so dass die Ost-West-Verbindung blockiert ist.

Idyllisch gelegen heißt auch: fast ohne Infrastruktur. Um die Wallfahrtskapelle Etzelsbach im türingischen Eichsfeld werden sich beim Papstbesuch am 23. September mindestens 50 000 bis 60 000 Gläubige scharen.

Ein Großteil der etwa 20.000 Fahrzeuge, die täglich auf der A 38 unterwegs sind, wird über die Autobahn 7 umgeleitet – entweder zum Anschluss an die A 2 am Dreieck Hannover-Ost oder zum Anschluss an die A 4 am Kirchheimer Dreieck. Dies bedeutet, dass im Raum Göttingen der Verkehr auf der A 7 extrem dicht sein wird – und das ausgerechnet an einem Freitag, an dem die Verkehrsbelastung ohnehin sehr hoch ist. „Wenn wir Glück haben, halten wir alle Fahrzeuge in Bewegung. Wenn wir Pech haben, haben wir hier den größten Parkplatz Deutschlands“, sagt der Leiter des Vorbereitungsstabes für den Papst-Besuch in der Polizeiinspektion Göttingen, Thomas Reuter.

Rund 70.000 Fahrzeuge sind täglich auf der A 7 unterwegs. Sollte es an dem Tag zu einem schweren Unfall kommen, wäre der Verkehrsinfarkt programmiert, meint Reuter. „Es gibt einfach keine Straßen, die den Verkehr aufnehmen könnten. Unser oberstes Ziel ist es daher, den Verkehr auf der A 7 flüssig zu halten.“

In den nächsten Tagen werden an der A 7 Schilder angebracht, die auf die Umleitungen hinweisen. Zudem werden beim Papst-Besuch bis auf eine Ausnahme alle Straßen aus dem Landkreis Göttingen, die ins thüringische Eichsfeld führen, gesperrt sein. Hiervon sind vor allem Pendler betroffen. „Auch über Schleichwege wird es kein Durchkommen geben“, sagt Reuter. Die einzige Verbindungsstraße nach Thüringen wird die Landesstraße 247 von Duderstadt nach Worbis sein.

Um das Chaos möglichst gering zu halten, empfiehlt die Polizei allen Autofahrern: „Wer irgend kann, sollte an dem Tag zu Hause bleiben.“

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