Spendenaktion

Auf dem Rad gegen Krebs: Student fährt 3000 Kilometer quer durch Europa

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In seinen letzten Semesterferien möchte der Moritz Reinhard etwas Gutes tun: Mit dem Fahrrad fährt er von Kopenhagen nach Barcelona und sammelt Spenden für Forschungseinrichtungen und Krebsstationen. Zwischenstopp machte er auch bei der Universitätsmedizin Göttingen, um dem Krebszentrum eine Spende zu bringen.

Der 25-jährige Student Moritz Reinhard möchte sich für krebskranke Menschen einsetzen. Dafür fährt er von Kopenhagen nach Barcelona. Mit dem Fahrrad.

In den Ferien faulenzen und Urlaub machen? Das ist nichts für Moritz Reinhard aus Reutlingen. Der 25-jährige Student hat sich für seine Semesterferien etwas ganz Besonderes überlegt: Mit einer Radtour quer durch Europa möchte er Spenden für Forschungseinrichtungen und Krebsstationen sammeln.

Auch dem Krebszentrum der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat Reinhard einen Spendencheck über 1000 Euro persönlich übereicht. 

Wie das Geld genutzt werden soll, steht noch nicht mit Sicherheit fest. Im Interesse des Uni-Klinikums sei aber eine patientenorientierte Verwendung, so Volker Ellenrieder, Direktor des Universitäts-Krebszentrums. 

Die Betriebs-Radsportgruppe des UMG hält das Banner der Aktion "We can do more". In der Mitte des Bildes übergibt Moritz Reinhard den Spendencheck an Friederike Braulke, Leiterin des Onk ologischen Zentrums, Volker Ellenrieder, Direktor des Universitäts-Krebszentrums und Alice Schütze (rechts), Assistenz des UMG-Fundraisings. 

„Das ist eine ganz tolle Aktion“, sagte Ellenrieder und bedankte sich bei dem 25-jährigen Studenten für seine Unterstützung.

Am Göttinger Ortseingang wurde Reinhard am Montag von der Betriebs-Radsportgruppe des UMG sowie von der Göttinger Bundesliga-Rennradsportlerin Naima Diesner empfangen. 

„Es ist einfach toll, dass er seine sportlichen Ambitionen mit einem so tollen Gedanken verbindet“, sagt sie. Auch ohne die derzeit heißen Temperaturen mutet er mit seinem Vorhaben dem Körper viel zu. Um gut durchzuhalten sollte er daher auf seinen Körper hören, immer genug trinken und essen und sich nicht zu sehr unter Druck setzen, so die Profisportlerin.

Moritz Reinhard und die Göttinger Bundesliga-Rennradfahrerin Naima Diesner vor dem Uni-Klinikum. Die Profisportlerin ist selbst Ärztin und leidenschaftliche Radfahrerin.

Die Idee hatte er bereits im vergangenen Jahr. Konkret geplant hat Reinhard dann zu Beginn diesen Jahres nach der letzten Klausurenphase. Er hat mehrere Unternehmen kontaktiert, über sein Vorhaben aufgeklärt und um Spenden gebeten. Diese verteilt er nun während seiner Radtour.

3000 Kilometer in 30 Tagen

We can do MORE“, lautet das Motto dieses gemeinnützigen Projektes. Start war in Kopenhagen am 18. Juli. Ziel ist Barcelona am 15. August. Das sind etwa 3000 Kilometer innerhalb von 30 Tagen. Seine Route führt ihn durch sechs Länder und 29 Städte. Insgesamt 32 Kilo Rad und Gepäck muss der 25-Jährige täglich fortbewegen. Jeden Tag möchte er zwischen 120 und 140 Kilometern zurücklegen.

Das ist die Route

Spendenübergaben gibt es neben Göttingen auch in acht weiteren Städten. In Deutschland stehen als nächstes Gießen, Heidelberg und Freiburg auf dem Plan. In Gießen besucht er zwei Stationen: ein Familienzentrum und einen Elternverein für krebskranke Kinder. 

Zudem unterstützt er auf seiner Reise eine Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) am 27. Juli in Bad Säckingen.

„Insgesamt habe ich bisher knapp 11.000 Euro gesammelt, die ich auf die 10 Stationen und die DKMS-Aktion gleichmäßig aufteile“, sagt Reinhard. Jeder Euro soll seinem Projekt zu Gute kommen. Jegliche anfallenden Kosten will er selbst tragen. Durch Couchsurfing versucht er etwas zu sparen.

Bewusstsein für Krebs schaffen 

Es ist ihm allerdings nie darum gegangen, möglichst viel Geld zu sammeln. „Ich möchte vielmehr Bewusstsein schaffen und daran erinnern, dass es Menschen gibt, die schwer krank sind und nicht wissen, wie lange sie noch leben werden. Gemeinsam können wir etwas dagegen tun und ihnen helfen“, sagt der 25-Jährige.

Hinter seinem Projekt steht auch eine persönliche Motivation, denn im privaten Umfeld ist Reinhard mit der Krankheit konfrontiert. Es ist ihm daher ein besonderes Bedürfsnis für die vielen Menschen, die an Krebs leiden, etwas Gutes zu tun.

Am Weender Ortsschild wurde Moritz Reinhard von der Betriebs-Radsportgruppe der UMG und Profisportlerin Naima Diesner empfangen. Gemeinsam fuhren sie im Fahrradcorso zum Uniklinikum.

Unterstützt wird er von seiner Familie, Freunden und Unternehmen aus seiner Heimat. Von Heidelberg bis Freiburg wollen ihn seine Eltern zwei Tage lang mit dem Fahrrad begleiten. Die Schwester wohnt in Barcelona und empfängt ihn im Ziel. Rad und Fahrradkleidung wurde vorab von einem Fahrradshop gesponsert.

Wenn er mal das Gefühl hat, er kann nicht mehr, sagt Reinhard, dann denkt er an die Menschen, die im Krankenhaus liegen. „Diese Leute leiden und nicht ich.“

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Projektes.

wecandomore.de

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