Augsburger Puppenkiste

Puppenkiste setzt auf Ottobock - Produkt aus Duderstadt entlastet Spieler

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Klaus Marschall , Chef der Augsburger Puppenkiste, und die Puppenspieler haben das Hilfsmittel von Ottobock über mehrere Monate getestet. 

Die Augsburger Puppenkiste setzt bei seinem Kabarettprogramm erstmals auf ein Produkt des Orthopädie-Spezialisten Ottobock aus Duderstadt, um seine Puppenspieler zu entlasten.

Duderstadt/Augsburg – „Das minutenlange Halten und Bewegen der Handpuppen über Kopfhöhe ist sehr anstrengend“, sagt Klaus Marschall, Inhaber der Augsburger Puppenkiste, die durch die Fernsehproduktionen von Jim Knopf und Urmel in den 1960er Jahren berühmt wurde.

Theater-Chef Marschall: „Das Exoskelett hilft dem Puppenspieler in dieser Situation enorm. Es entlastet seine Schultern und Oberarme, so dass er sich besser auf das Spielen konzentrieren kann und nach der Vorstellung weniger angestrengt ist.“

Der Puppenspieler trägt „Paexo Shoulder“ ähnlich wie einen Rucksack eng am Körper. Das Gewicht der erhobenen Arme wird über Armschalen mithilfe einer mechanischen Seilzugtechnik auf die Hüfte abgeleitet. Das schont die Muskeln und Gelenke im Schulterbereich spürbar und die Handpuppen lassen sich über Kopf deutlich komfortabler bewegen.

Das Exoskelett „Paexo Shoulder“ von Ottobock aus Duderstadt entlastet dabei seine Muskeln und Gelenke im Schulterbereich.

„Wir haben das Exoskelett über mehrere Monate und in unterschiedlichen Situationen getestet. Beim Spielen der Handpuppen ist es eine große Hilfe, und auch beim Marionettentheater werden wir es in Zukunft situationsbedingt einsetzen – immer wenn die Marionette auf einer erhöhten Requisite gespielt wird und der Puppenspieler sich besonders strecken muss“, macht Marschall deutlich.

Ein Beispiel ist das Stück „Eine kleine Zauberflöte“, in der die Figur Tamino auf einem Hügel steht. In dieser Position hält der Puppenspieler das Spielkreuz mit den Fäden der Marionette über Kopfhöhe.

Ottobock hat Paexo Shoulder zusammen mit Volkswagen entwickelt, um Mitarbeiter in der Produktion bei der anstrengenden Überkopfmontage zu unterstützen. Inzwischen wird das Exoskelett, das seit Herbst 2018 auf dem Markt ist, in ganz unterschiedlichen Branchen eingesetzt: bei Luftfahrt- und Automobilunternehmen, in der Lebensmittelindustrie und Logistik, bei Werften und auf dem Bau – zum Beispiel bei der Installation von Kabeln unter der Decke.

Die Kooperation der Augsburger Puppenkiste und Ottobock kam auf Initiative einer Puppenspielerin zustande, die das Produkt online entdeckt hatte. Klaus Marschall hat daraufhin Kontakt zu dem Medizintechnikunternehmen aufgenommen, um das Exoskelett für den Einsatz hinter der Bühne zu testen: Die 18 Puppenspieler sind extremen körperlichen Belastungen ausgesetzt. „Wir hatten schon öfter Ausfälle aufgrund von Rückenbeschwerden, sodass wir uns präventiv engagieren“, sagt Marschall.

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