Arbeiten sollen neue Aufschlüsse geben

Ausgrabungen in Einhornhöhle: Flüchteten Neandertaler vor der Kälte?

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Blick in die Einhornhöhle bei Scharzfeld: Hier gibt es neue archäologische Ausgrabungen. 

In der Einhornhöhle bei Scharzfeld im Harz begannen am Montag neue archäologische Ausgrabungen, die auch Aufschlüsse über das Verhalten der Neandertaler geben sollen.

Das teilt das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege mit. Das Amt und die Gesellschaft Unicornu fossile aus Herzberg am Harz starten mit Fördergeld des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur gemeinsame Ausgrabungen an der überregional bedeutenden, auch als Ausflugsort beliebten, Einhornhöhle. Gegraben wird im Bereich eines verschütteten Eingangs.

Mit Hilfe der freigelegten Steingeräte und Faunenreste sowie mit physikalischen Altersdatierungen für die verschiedenen Fundschichten soll geklärt werden, wann und unter welchen Klimabedingungen der Mensch sich im Harz aufgehalten hat.

Die Höhle ist ein Schlüsselfundplatz für die Erforschung des Neandertalers im Norden, der vor mehr als 100 000 Jahren das Felsmassiv als Lagerplatz genutzt hat. In der Einhornhöhle haben sich die Hinterlassenschaften der letzten über 100 000 Jahre in mächtigen Ablagerungen erhalten. Zu sehen sind viele hervorragend erhaltene Tierknochen und Werkzeuge unseres eiszeitlichen Vorfahren.

Die Höhle bietet auch ausgezeichnete Möglichkeiten, die natürlichen Klimaveränderungen von der Eiszeit bis heute zu studieren. Knochen von Tieren wie Höhlenbären, Wölfen und sogar Fledermäusen werden in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Braunschweig analysiert, sie erlauben eine verlässliche Rekonstruktion der Umweltverhältnisse.

An der Grabung sind mehrere Hochschulen beteiligt. Vor Ort werden sein: Studierende der Georg-August Universität Göttingen, der TU Clausthal, der TU Braunschweig, der Eberhard Karls Universität Tübingen sowie der Ruhr-Universität Bochum. Die Außengrabungen auf dem Vorplatz können ab dem 1. August dienstags bis freitags von 11 bis 16 Uhr besucht werden.

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