Ausstellung in Göttingen: Polizei stützte das Regime im Dritten Reich

+
Bei der Eröffnung der Ausstellung: Dr. Dirk Götting (rechts), Kurator des Polizeimuseums Niedersachsen, und Göttingens Polizeipräsident Robert Kruse. Foto: Schlegel

Göttingen. Die Polizei war ein wichtiger Pfeiler im Herrschaftssystem der Nationalsozialisten. Wer mehr darüber erfahren will, der sollte eine Ausstellung im Gebäude der Polizeiinspektion Göttingen-Weende nicht verpassen.

Bis zum 4. Juni wird die Schau mit dem Titel „Ordnung und Vernichtung“ in der Universitätsstadt zu sehen sein. In seiner Einführung machte Dr. Dirk Götting von der Polizeiakademie in Hann. Münden deutlich, wie schnell nach der Machtergreifung Ende Januar 1933 die Polizei schon unter der Kontrolle der neuen Machthaber war. Es dauerte ganze 17 Tage. Anhand von Schautafeln und Originalexponaten können sich die Besucher genau über das Herrschaftssystem und die Einbindung der Polizei darin informieren. So waren bereits wenige Wochen, nachdem die Nationalsozialisten an der Macht waren, SS- und SA-Männer als Hilfspolizisten in den Reihen der Polizei zu finden.

Schirmherr der Ausstellung ist Göttingens Polizeipräsident Robert Kruse. Er dankte den Organisatoren sowie dem Göttinger Geschichtsverein. Er steuerte eigene Schautafeln mit Originaldokumenten bei, die deutlich machen, dass auch die Göttinger Polizei eng in das Herrschaftssystem eingebunden war.

Während der knapp fünfwöchigen Ausstellungsdauer lädt die Göttinger Polizei neben Schulklassen, Jugendgruppen und alle Interessierte zu kostenlosen Ausstellungsführungen ein. Begleitet und inhaltlich ergänzt wird die Präsentation außerdem durch sechs Sonderveranstaltungen. Führungen für Einzelpersonen gibt es nach Voranmeldung jeweils montags bis freitags um 16 Uhr. Führungen für Gruppen sind nach Vereinbarung möglich. Eine Führung dauert etwa eine Stunde. Am Sonntag, 18. und 25. Mai, ist die Ausstellung jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Außerdem gibt es Sonderveranstaltungen (Voranmeldung erforderlich):

• Dienstag, 6. Mai 2014, 18 Uhr, Vortrag mit Dr. Cordula Tollmien: „Göttingen im Jahr 1933“;

• Mittwoch, 14. Mai, 18 Uhr, Dokumentarfilm „Göttingen unterm Hakenkreuz“ von und mit dem Göttinger Filmemacher Uwe Fanelli;

• Dienstag, 20. Mai, 18 Uhr, Vortrag von Dr. Dietmar Sedlaczek: „Das KZ Moringen“;

• Dienstag, 27. Mai, 18 Uhr, Vortrag Regierungsrat Dr. Dirk Götting, Kurator des Polizeimuseums Niedersachsen: 1933 und die Folgen für die Polizei. Weitere Infos gibt es im Internet. (bsc)

Anmeldung und Kontakt: Präventionsteam der Polizeiinspektion Göttingen, Tel. 0551/491-2008, E-Mail: postfach-praevention@pi-goe.polizei.niedersachsen.de

www.polizeigeschichte-niedersachsen.de

www.pi-goe.polizei-nds.de/dienststellen/pi_goettingen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.