Lehrlinge sind die Chefs

Auszubildende haben  das Sagen in Lebensmittelmarkt

Tegut-Markt
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Einmal Chef sein: Annika Bodendörfer leitet eine Woche lang mit anderen Auszubildenden einen Tegut-Markt.

Göttingen. In der Tegut-Filiale An der Lutter in Göttingen hat zurzeit kein Mitarbeiter graue Haare, Rückenproblem, niemand hat auch noch Helmut Schmidt als Bundeskanzler erlebt. Der Grund: Die Zweigstelle wird in dieser Woche nur von Auszubildenden geführt.

In dem Projekt „Lernende führen einen Tegut“ organisieren und verwalten sie alles selbst und sind ihre eigenen Chefs.

Das Projekt findet in acht Filialen der Supermarktkette statt, und knapp 300 Auszubildende nehmen daran teil. In Göttingen arbeiten 45 Mitarbeiter in den Bereichen, wie der Backstation, der Obstabteilung oder an der Frischetheke. Um einen reibungslosen Ablauf zu sichern, benannte die Tegut-Geschäftsführung ein Kernteam, bestehend aus acht Auszubildenden, die für die Organisation zuständig sind.

„Die Vorbereitungen für diese Projektwoche haben schon vor knapp dreieinhalb Monaten begonnen“, sagt André Berneburg, Auszubildender im dritten Lehrjahr und Mitglied des Kernteams. „Diese Zeit haben wir auch gebraucht.“ Sie mussten einteilen, wer in welcher Abteilung arbeitet, mussten einen Arbeitsplan für die Woche ausarbeiten und auch selbst noch Aktionen planen. Dazu zählen unter anderem ein Kuchenbasar, Schulklassenbesuche im Markt und ein Kinderfrühstück.

Berneburg selbst ist verantwortlich für die Charity-Tombola in der Filiale, bei der Kunden für einen Euro ein Los kaufen und gespendete Preise gewinnen können. „Die Einnahmen gehen an die Kinderkrebsstation in Göttingen“, sagt der 20-Jährige, der selbst bereits zum zweiten Mal an der Projektwoche teilnimmt.

Dieses Konzept ist fester Bestandteil der Tegut-Ausbildung und findet einmal im Jahr statt. „Für die Teilnehmer ist es eine tolle Erfahrung“, sagt der 20-jährige Berneburg. „Man bekommt dabei viel Verantwortung und das Selbstvertrauen wächst.“ Außerdem sei die Projektwoche eine gute Gelegenheit, einen Einblick in die Aufgaben eines Abteilungsleiters zu bekommen. „Während der Ausbildung schon einmal in so einer Position gearbeitet zu haben, kann einem auf dem weiteren Berufsweg helfen.“

Die Kunden der Tegut-Filiale hätten bisher auch sehr positiv auf das Projekt reagiert. „Sie sehen es als eine Chance, dass die Lernenden Erfahrung sammeln können.“ Die Projektwoche mit Aktionen und Tombola läuft noch bis zum kommenden Samstag, 28. September. (bek)

Bilder aus dem tegut-Markt

Auszubildende führen tegut-Filiale

Auszubildende führen tegut-Filiale
Auszubildende führen tegut-Filiale © Kling
Auszubildende führen tegut-Filiale
Auszubildende führen tegut-Filiale © Kling
Auszubildende führen tegut-Filiale
Auszubildende führen tegut-Filiale © Kling
Auszubildende führen tegut-Filiale
Auszubildende führen tegut-Filiale © Kling
Auszubildende führen tegut-Filiale
Auszubildende führen tegut-Filiale © Kling
Auszubildende führen tegut-Filiale
Auszubildende führen tegut-Filiale © Kling
Auszubildende führen tegut-Filiale
Auszubildende führen tegut-Filiale © Kling
Auszubildende führen tegut-Filiale
Auszubildende führen tegut-Filiale © Kling

Hintergrund: Über 300 Filialen in sechs Bundesländern

Tegut ist ein Einzelhandelsunternehmen mit Hauptsitz in Fulda. Die Firma beschäftigt knapp 6200 Mitarbeiter in mehr als 300 Filialen in Hessen, Bayern, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt sowie Niedersachsen und vertreibt hauptsächlich Lebensmittel. Das Unternehmen wurde 1947 von Theo Gutberlet als „Thegu“ gegründet, der aus den Anfangsbuchstaben seines Vor- und Nachnamens abgeleitet war. 1955 wurde die Firma in Tegut umbenannt. Seit Anfang 2013 gehört Tegut zum schweizerischen Einzelhandelsunternehmen Genossenschaft Migros Zürich. (bek)

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