Aschoff: Papier ist eine bloße Ideensammlung

Pro Bahn: Kritik am Nahverkehrsplan

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Kritik vom Fahrgastverband: Pro Bahn fordert mehr Geld für den Nahverkehr in Göttingen. Das Bild zeigt einen der Stadtbusse.

Göttingen. Kritik am Nahverkehrsplan der Stadt Göttingen übt der Pro Bahn-Regionalvorsitzende Gerd Aschoff. Er bezeichnet den Verfahrensauflauf als „wenig transparent und zögerlich“.

Zuerst habe sich der Gutachter monatelang Zeit gelassen, nun müsse kurz vor der Sommerpause alles ganz schnell gehen, um die gesetzlichen Anforderungen für die Direktvergabe des künftigen Stadtbusbetriebs an die Göttinger Verkehrsbetriebe nicht zu gefährden.

Aus Sicht von Aschoff ist die Festschreibung der städtischen Verlustabdeckung auf maximal 6,4 Millionen Euro nicht hinnehmbar. Dieser Betrag entspricht laut Pro Bahn dem Standard von 1998 und sei wegen steigender Kosten nur durch weitere Kürzungen im Stadtbusangebot einzuhalten. Forderung Aschoff: „Wer mehr öffentlichen Verkehr will, der muss auch mehr dafür ausgeben.“ Enttäuschend seien auch die von der Politik übernommenen Passagen des Gutachters über die „Tarifergiebigkeit“, also die Erhöhung der Fahrpreise. Auch die Empfehlung, einen neuen Anlauf für das Bus-Semester-Ticket zu unternehmen, stößt bei Pro Bahn nach zweimaliger Ablehnung durch die Studierenden auf Unverständnis. „Deutlich unterentwickelt“ sind laut Fahrgastverband die Ausführungen des Nahverkehrsplans zur besseren Abstimmung von Stadt- und Regionalbussen und dem Schienenverkehr.

Aus Sicht von Aschoff ist es bezeichnend, dass bereits jetzt hinter den Kulissen an grundlegenden Veränderungen im Stadtbus-Liniennetz gearbeitet werde, ohne dass dies im Nahverkehrsplan berücksichtigt wurde. Es fehle deutlich am Willen, den Anteil des Stadtbusses am Gesamtverkehrsaufkommen deutlich über die jetzigen 13 Prozent zu heben, so das Fazit von Pro Bahn. So ist der Nahverkehrsplan, den der Rat am Freitag, 14. Juni, verabschiedet soll, „eine bloße Ideensammlung, die der nächsten Kürzungsrunde im Stadtbusverkehr zu wenig entgegen stellt“, kritisiert Aschoff. (bsc)

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