Bahnhalt Rosdorf: Rückenwind vom Kreis - Skepsis in der Gemeinde

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Kommt der Haltepunkt Rosdorf? Auch der frühere Bahnhof ist als Stopp für die Cantus-Züge im Gespräch.

Rosdorf. Für einen möglichen Bahnhaltepunkt in Rosdorf kommt Rückenwind vom Landkreis Göttingen. Er will die Planung des Projektes vorfinanzieren, das am Montag im Rat der Gemeinde Rosdorf präsentiert wird.

Landrat Bernhard Reuter (SPD) bekräftigte noch einmal den Willen des Landkreises, den Haltepunkt zu reaktivieren. Das Vorhaben ist ein Kernpunkt des Mobilitätskonzepts für den künftigen Landkreis Göttingen, der zum 1. November aus der Fusion der Landkreise Göttingen und Osterode entsteht. Zudem ist der Bahnhaltepunkt Rosdorf ein „urgrünes Projekt“, wie Marie Kollenrott für die Kreis-Grünen betonte.

Reuter rechnet mit Planungskosten von 300 000 bis 400 000 Euro. Voraussichtlich in der Juni-Sitzung des Kreistages soll es grünes Licht dafür geben. Anschließend soll eine Plan-Begleitvereinbarung zwischen der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), dem Kreis und der Gemeinde Rosdorf geschlossen werden, so der Fahrplan des Landrats. Reuter rechnet damit, dass sich die LNVG mit 75 Prozent an den Gesamtkosten von drei bis vier Millionen Euro beteiligen wird. Im Gespräch als Haltepunkt ist der ehemalige Bahnhof. Zweiter Vorschlag ist ein Haltepunkt näher an den Nahversorgern im Ort. Dort gibt es aber Probleme mit Grundstücken, wie auch Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) sagt.

„Wir wollen die Mobilität deutlich verbessern“, sagte der Landrat zu dem Projekt. Er geht davon aus, dass sich das Verhalten in den kommenden Jahren ändert. Reuters Wunsch-Szenario: Pendler aus den umliegenden Orten fahren zum Beispiel mit dem Fahrrad mit Elektroantrieb bis zum künftigen Haltepunkt Rosdorf und steigen dort auf Zug um.

In den Orten der Gemeinde Rosdorf wird das Projekt Haltepunkt eher kritisch gesehen. Der Bahnhof ist laut Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) zu weit entfernt von großen Wohngebieten und natürlichen Wegen der Bürger. Aus seiner Sicht würde man zu viel Zeit benötigen, um zum Haltepunkt zu gelangen. Außerdem sei Rosdorf ganz dicht dran an Göttingen. Steinberg favorisiert stattdessen eine Verbeseserung des Stadtbusverkehrs mit einem 30-Minuten-Takt zwischen Göttingen und Rosdorf.

Steinberg betont auch, dass gegenwärtig kein Geld für den von der Gemeinde zu tragenden Kostenteil vorhanden ist.

Über das Für und Wider Bahnhaltepunkt Rosdorf soll in den kommenden Monaten diskutiert werden.

Auftakt für die Diskussion ist am Montag, 29. Februar. Dann wird das Projekt Haltepunkt mit seinen unterschiedlichen Varianten in der Ratssitzung präsentiert. Beginn ist um 19 Uhr im Gemeindezentrum, Am Plan 1. (bsc/tko)

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