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Bator und Mora sind jetzt Linde-Preisträgerinnen

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Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (links) und Toruns Bürgermeister Michal Zaleski überreichen den Samuel-Bogumil-Linde-Preis an die polnische Schriftstellerin Joanna Bator.
Verleihung Samuel-Bogumil-Linde-Literaturpreis in Göttingens Partnerstadt Torun: Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (links) und Toruns Bürgermeister Michal Zaleski überreichen den Preis an Joanna Bator. © Privat

Der Samuel-Bogumil-Linde-Preis war der erste Kulturpreis in den 90-er-Jahren zwischen Polen und Deutschland. Jetzt wurde er wieder überreicht.

Göttingen/Torun - Der von den Partnerstädten Torun in Polen und Göttingen gemeinsam gestiftete und zum 26. Mal vergebene Samuel-Bogumil-Linde-Literaturpreis 2022 ist an die polnische Schriftstellerin und Publizistin Joanna Bator (54) und an die deutschsprachige ungarische Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Übersetzerin Terézia Mora (51) vergeben worden.

Die Preisverleihung fand in Torun statt. In die Partnerstadt war auch eine Delegation aus Göttingen gereist, mit Oberbürgermeisterin Petra Broistedt, der Kulturdezernentin Anja Krause, den Bürgermeistern Ehsan Kangarani und Onyeka Oshionwu sowie der Lindepreis-Jjury.

Die Laudatio auf Joanna Bator hielt Dr. Marta Siwicka von der Fakultät für Polnische und klassische Philologie der Uni in Posen. Die Laudatio auf Terézia Mora lieferte Dr. Tamás Lénárt, Institut für Slawistik und Hungarologie der Humboldt-Uni Berlin.

„Vor 44 Jahren haben sich Göttinger für eine Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Torun eingesetzt. Das war zu Zeiten des Kalten Krieges nicht so einfach. Es galt im wahrsten Sinne des Wortes, Grenzen zu überschreiten“, sagte Oberbürgermeisterin Petra Broistedt.

Auch heute seien die Zeiten nicht leicht. „Angesichts des Angriffskrieges auf die Ukraine sind Begegnung und Verständigung in Europa wichtiger denn je, um die europäische Idee von Solidarität, Demokratie und friedvollem Miteinander zu stärken.“ Die Partnerschaft mit Torun sei ein Vorbild.

Städtepartnerschaft: Tiefe Freundschaft zwischen Torun und Göttingen

„Mit Torun verbindet uns inzwischen eine tiefe Freundschaft. Wir schauen, was uns verbindet, nicht was uns trennt.“ Die Krönung dieser Freundschaft sei die jährliche Verleihung des Samuel-Bogumil-Lindepreises, der Autoren ehrt, die mit Ihren Werken den Dialog der Nationen fördern. Benannt ist er nach dem polnischen Sprachforscher Samuel Bogumil Linde (1771 - 1847). Der Preis wird abwechselnd in Göttingen und Torun verliehen, ist mit je 5000 Euro dotiert.

Preisträgerin Joanna Bator ist mehrfach ausgezeichnet worden

Preisträgerin Joanna Bator wurde 1968 in Walbrzych (Polen) geboren, wuchs dort auf, machte Abitur und studierte Kulturwissenschaften und Philosophie an der Uni Breslau. Heute ist sie Schriftstellerin. 2011 erschien ihr Roman „Piaskowa Góra“ unter dem Titel „Sandberg“ auf Deutsch. Für ihren Roman „Ciemno, prawie noc“ (Dunkel, fast Nacht) erhielt sie 2013 den Nike, den wichtigsten polnischen Literaturpreis.

Preisträgerin Terézia Mora: In Ungarn geboren, in Berlin lebend

Terézia Mora kam 1971 im ungarischen Sopron (Ödenburg) auf die Welt und wuchs in einer Familie, die zur deutschen Minderheit gehörte, zweisprachig auf. 1990 ging sie zum Studium der Hungarologie und Theaterwissenschaft an die Humboldt-Uni Berlin. Dort lebt sie im Stadtteil Prenzlauer Berg. An der Deutschen Film- und Fernsehakademie wurde sie zur Drehbuchautorin ausgebildet. Seit 1998 ist sie freie Schriftstellerin. Ihre Werke schreibt sie nur in deutscher Sprache. Terézia Mora arbeitete rund zehn Jahre an einer Trilogie um den IT-Spezialisten Darius Kopp. Für den Teil zwei erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. (Thomas Kopietz)

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