Statistik der Finanzämter in Niedersachsen

Beim Finanzamt Göttingen zeigten sich 2016 weniger Steuersünder selbst an

Göttingen. Gibt es weniger Steuervergehen? Oder ist die Moral der Steuerpflichtigen gesunken. Klar ist: Weniger zeigen Steuervergehen beim Finanzamt Göttingen selbst an.

Die Zahlen sind rückläufig. Das geht aus der Statistig des Finanzministeriums hervor. Dies habe bedingt mit einer Rückkehr in die Steuerehrlichkeit, vor allem aber mit schärferen Regeln zu tun.

In Göttingen lag die Zahl der Selbstanzeigen zwischen den Jahren 2013 und 2015 bei 296 (2013: 73, 2014: 116, 2015: 107). 2016 waren es nur noch 38 Selbstanzeigen beim Finanzamt Göttingen. Für 2017 gibt es laut dem niedersächsischen Landesamt für Steuern keine regionalisierten Daten mehr, da nur ausnahmsweise während von 2013 bis 2016 aufgrund des besonderen Anstiegs der Selbstanzeigen detaillierte Erhebungen vorgenommen worden waren.

Nach einer gesetzlichen Verschärfung Anfang 2015 ging die Zahl der Selbstanzeigen stetig zurück. Für Menschen mit unversteuertem Schwarzgeld wurde es deutlich teurer, straffrei per Selbstanzeige davonzukommen. Zwischen 2013 und 2015 hatten sich in Niedersachsen zusammen mehr als 9000 Menschen bei den Finanzbehörden angezeigt. In den Jahren zuvor lag der Jahresschnitt bei 1200.

„Mit 986 Selbstanzeigen liegen wir für 2017 unter dem langjährigen Schnitt“, sagte Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU). Er sprach von einem guten Trend: „Das zeigt, dass die ergriffenen Maßnahmen richtig waren und sind; von daher war zu erwarten, dass die Zahl der Selbstanzeigen irgendwann nicht nur wieder rückläufig, sondern wegen der Rückkehr von Bürgern in die Steuerehrlichkeit auch nachhaltig niedriger sein wird.“ Parallel dazu müsse nun aber auch der Druck auf Steuersünder weiterhin aufrechterhalten bleiben.

Auch Geld im Ausland

In den niedersächsischen Zahlen sind jedoch nicht nur Steuersünder enthalten, die Vermögen im Ausland versteckt haben. Denn eine Trennung von solchen Steuerzahlern, die sich wegen Unregelmäßigkeiten auch im Inland selbst anzeigten, lag zum Jahresbeginn noch nicht vor. Die Gesamtsumme des nachgezahlten Geldes wird noch ermittelt.

In der Vergangenheit handelte es sich bei den meisten Steuersündern um Menschen, die nicht deklarierte Geldbeträge in Luxemburg, der Schweiz oder Liechtenstein angelegt haben. Das lange Zeit herrschende Bankgeheimnis wurde dort durch ein internationales Abkommen aufgeweicht. Informationen zu Konten und Erträgen werden nun ausgetauscht. (mor/tko/lni)

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.