Berufsschüler und Bäckereien: Mit System gegen To-Go-Becher-Müllberg

Unnötige Müllberge: Göttinger Berufsschüler testen neues Mehrwegsystem für den To-Go-Becher „Fair Cup“. Foto: Archiv

Göttingen. Schüler der Göttinger Berufsbildenden Schulen haben dem Müll mit Einweg-Kaffeebechern den Kampf angesagt. Das Fair-Cup-Mehrwegsystem mit einem wiederverwertbaren Becher aus einem neuartigen Kunststoff und der Pfandbecher-Automat werden am Dienstag, 24. Januar, um 10 Uhr in den BBS II auf der Open-Space-Veranstaltung von den beteiligten Firmen und der Schülerfirma vorgestellt.

„Coffee to go“ ist zwar praktisch und enorm beliebt. Die Folge aber: Der Müllberg wächst ins Unermessliche. In Göttingen werden mehr als sieben Millionen Einwegkaffeebecher pro Jahr verwendet und landen im Müll.

Göttinger Schüler an den Berufsbildenden Schulen II starten daher ins neue Jahr mit dem Mehrwegsystem für den To-Go-Becher „Fair Cup“.

Der Mehrwegbecher ist aus spülmaschinenfestem Kunststoff und kann 400-mal benutzt werden. Der Einwegdeckel wurde für dieses System neu entwickelt und wird aus 100 Prozent biologisch abbaubaren Kunststoff bestehen. Dieser Kunststoff wird mit diesem Projekt seine Markteinführung haben, genau wie der Pfandbecherautomat.

Außerdem haben Schüler ein Koordinations- und Logistikprogramm erarbeitet, dass von den Teilnehmern einfach über die Homepage www.fair-cup.de bedient werden kann. So soll sichergestellt werden, dass immer genügend Becher an den stark frequentierten Stellen vorhanden sind.

In das System sind auch schon Göttinger Bäckereien und ihre Filialen eingebunden: nämlich die Bäckereien Ruch, Küster, Thiele und Hermann. Dazu kommen wie gesagt die drei Berufsbildenden Schulen in Göttingen. Insgesamt gibt es im Raum Göttingen mehr als 80 Institutionen, Bäckereien und Geschäfte, die den Becher führen und annehmen. Der Startschuss fällt am 1. Februar.

Die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) befürwortet das Mehrwegsystem für die Kaffe to go-Becher. „Der dadurch einhergehende Ressourcenschutz durch Wasser-, Energie- und Rohstoffeinsparung ist beachtlich“, so Maja Heindorf von den GEB. „Das ist ein tolles Projekt“, sagt Heindorf weiter. 2015 wurden in Göttingen bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von jährlich 60 Einwegbechern rund 7.647.300 Becher als Abfall erzeugt. „Das ist schon eine Hausnummer“, sagt Heindorf, die froh ist, dass das Projekt der Schüler zur Abfallvermeidung beiträgt. Aber auch bei Gastronomiebetrieben, die noch keine Mehrwegbecher anbieten, kann Abfall vermieden werden. Rechtlich gesehen ist die Befüllung von eigenen, mitgebrachten Bechern nicht verboten. Sie müssen vom Personal der Gastronomiebtriebe auf Sauberkeit überprüft werden.

Den Deckel muss der Kund selbst abnehmen und aufbewahren.

Bei Fragen zu den Mehrwegbechern und die Abfallwirtschaftung ist die GEB unter Tel. 05 51 / 4 00 54 00 erreichbar. (mel/tko/daz)

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