Absichtserklärung verabschiedet

Beschluss des Stadtrats: Göttingen soll bis 2030 klimaneutral werden

Die Göttinger Innenstadt aus der Vogelperspektive: Die Uni-Stadt soll bis 2030 klimaneutral werden. Das hat der Rat beschlossen.
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Die Göttinger Innenstadt aus der Vogelperspektive: Die Uni-Stadt soll bis 2030 klimaneutral werden. Das hat der Rat beschlossen. (Archivfoto)

Die Stadt Göttingen plant bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden. Darüber hinaus bewirbt man sich für eine Klima-Mission der EU.

Göttingen – Jetzt wird beim Schutz der Umwelt Tempo gemacht: Der Rat der Stadt Göttingen hat beschlossen, dass die Uni-Stadt bis zum Jahr 2030 klimaneutral wird. Die Absichtserklärung legt fest, dass dafür alle notwendigen Maßnahmen, die die Stadt selbst steuern und beeinflussen kann, unternommen werden sollen, um bis zum Ende des Jahrzehnts dieses Ziel zu erreichen. Hintergrund des Grundsatzbeschlusses ist die geplante Bewerbung der Stadt für die Mission „100 klimaneutrale und intelligente Städte“ der Europäischen Union.

Für eine Teilnahme ist das Ziel der Klimaneutralität bis 2030 notwendig. Die EU-Mission will 100 besonders ambitionierte Städte auswählen, miteinander vernetzen und mit Beratungsangeboten auf dem Weg in Richtung Klimaneutralität unterstützen. Diese Kommunen sollen als gute Beispiele für andere Städte in Europa dienen, damit die Klimaziele auch auf gesamteuropäischer Ebene erreicht werden können.

Stadt Göttingen bewirbt sich für Klima-Mission

Dazu sind unter anderem Forschungsvorhaben und Leuchtturmprojekte in einzelnen Städten geplant. Jede der 100 Städte wird außerdem gemeinsam mit den Menschen vor Ort und weiteren gesellschaftlichen Akteuren einen Klimastadt-Vertrag erarbeiten. Dieser soll als Richtschnur für die Aktivitäten dienen und umfasst beispielsweise konkrete Investitionspläne und Vorschläge, um vorhandene Maßnahmen deutlich auszuweiten. Die EU-Mission beinhaltet jedoch keine Grundlagenfinanzierung für die teilnehmenden Kommunen, sondern besteht vorrangig aus Unterstützungsleistungen.

Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) unterstreicht: „Die EU-Mission bietet uns die Chance, als Pilotkommune die bisherigen Anstrengungen weiter zu intensivieren und um eine europäische Perspektive zu ergänzen.“ Im Falle einer erfolgreichen Bewerbung könne Göttingen auf umfangreichen Klimaschutz-Aktivitäten aufbauen und diese weiterentwickeln, so Broistedt.

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Göttingen wird klimaneutral: Erste Maßnahmen wurden bereits im Juli beschlossen

Erst im Juli hatte der Rat den Klimaplan Göttingen 2030 mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket und Strategien beschlossen, um klimaneutral zu werden. Das darin festgelegte Ziel einer Treibhausgasneutralität bis 2045 ist mit den Vorgaben der EU-Kommission zur Klimaneutralität jedoch nicht direkt vergleichbar. Bei der EU-Mission können unter anderem Emissionen durch Kompensationsleistungen außerhalb des Stadtgebiets ausgeglichen werden und lokale CO2-Senkungen ebenso wie der Zukauf von andernorts erzeugtem Ökostrom der städtischen Bilanz zugerechnet werden.

Auch sind seitens der EU deutlich höhere Restemissionen zulässig als es beispielsweise im Klimaplan der Stadt vorgesehen ist. Die Bewerbungsfrist für die EU-Mission läuft bis Ende Januar. Im März will die EU-Kommission die 100 europäischen Großstädte auswählen. Weitere Infos gibt es hier. (Bernd Schlegel)

Erst im September gingen circa 6000 Menschen in Göttingen bei einer Klima-Demonstration auf die Straße.

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