Besuchshundedienst: Vierbeiner spenden Trost und lenken ab

Besuchshund im Einsatz: Der Havaneser Orian mit seiner Hundeführerin Sabrina Süß bei Feierabendhaus-Bewohner Erich Deutsch. Foto: Brüßler
+
Besuchshund im Einsatz: Der Havaneser Orian mit seiner Hundeführerin Sabrina Süß bei Feierabendhaus-Bewohner Erich Deutsch. Foto: Brüßler

Göttingen. Tiere sind Trostspender. Sie können ablenken, animieren und erreichen Menschen auf einer anderen sozialen Ebene. Der Besuchshundedienst des ASB Göttingen besucht mit den Vierbeinern sehr junge, alte, kranke oder auch behinderte Menschen, um spielerisch Herzen zu öffnen.

Seit einem Jahr kommen Yorkshire-Mix Amie und der Havaneser Orian nun in das Göttinger Feierabendhaus. Zwei Mal im Monat schenken Kirsten Kiel und Sabrina Süß mit ihren Vierbeinern den Bewohnern Zuwendung. Amie und Orian sind eher kleine Hunde. Sie sind unaufgeregt, konzentriert und haben eine hohe Toleranzschwelle. „Die Hunde haben keine besonderen, antrainierten Aufgaben zu erfüllen, die Besuche sollen ohne Druck stattfinden“, erklärt Hundeführerin Kirsten Kiel. Allein die Anwesenheit des Hundes könne schon positive Auswirkungen haben - streicheln, füttern und gemeinsame Spiele kommen noch dazu. Das zeigt sich besonders am Beispiel von Hella Rowinski: Die tierliebe Bewohnerin des Seniorenheims bekommt ein Rohr, durch das sie zur Begrüßung der Hunde Leckerlis fallen lässt. Die Dame ist fast blind und fast taub und kann Amie und Orian somit nicht mehr so

Hintergrund: Zwölf Besuchshunde-Teams beim ASB 

Derzeit gib es zwölf Besuchshunde-Teams beim ASB Göttingen. Diese besuchen zwei Seniorenheime und eine Kindertagesstätte. Mitte Mai findet die nächste Ausbildungsrunde statt, für die es 17 neue Anwärter gibt. Bis zum Eignungstest investieren die Interessierten etwa drei Monate in die Ausbildung ihres Hundes - alles auf ehrenamtlicher Basis. Die Hunde absolvieren einen Test, bei dem ihre Ausgeglichenheit und Menschenfreundlichkeit ermittelt werden. Damit gibt es bald neue Kapazitäten für den Mensch-Hund-Austausch. Familien und alleinstehende Menschen, Einrichtungen wie Seniorenheime, Hospize oder Kindertagesstätten, aber auch Praxen können sich gerne beim ASB Göttingen melden. (zli)

Kontakt: 0551/30 66 882, E-Mail: wuff@asb-goettingen.com

www.asb-goettingen.de

schnell erfassen. Es ist die einzige Veranstaltung, zu der sie gerne hingeht und sie freut sich immer sehr, wenn die Vierbeiner auf ihrem Schoß sitzen und sie die Hunde streicheln und belohnen darf - ganz ohne Worte und Blickkontakt.

Trotzdem haben die Tiere keine therapeutische Aufgabe - auch wenn sie oftmals ungewollt solche Erfolge erzielen, schildert Kiel: „Was die Hunde schaffen, ist Spaß und etwas Bewegung in den Alltag der Menschen zu bringen, sie anzuregen Dinge zu tun, die sie sonst vielleicht nicht mehr tun. Wenn dann ein Mensch mit Demenz wieder bewusst seine Hand bewegt, um ein Leckerli zu geben, ist das ein großer Schritt.“

Beim Dosenwerfen, durch Ringe springen und verschiedenen Intelligenzspielen, bei denen Leckerlis versteckt werden, werden zugleich auch die Motorik und Kommunikation der Bewohner geschult. Manche haben Berührungsängste, andere hingegen sind von Anfang an mit viel Freude dabei.

Kiel engagiert sich gerne ehrenamtlich für den Austausch von Mensch und Hund. Die biologisch-technische Assistentin ist Ausbildungsleiterin für die erste Hilfe am Hund und mit ihrer Amie beim Besuchshundedienst aktiv. „Meine Motivation kam aus meinem persönlichen Umfeld“, erzählt sie, „mein Vater ist auch an Demenz erkrankt und ich habe dort erst gemerkt, welche Leistungen die Tiere vollbringen können.“

Auch in Kindertagesstätten war sie schon zu Besuch, dort sei die Atmosphäre aber viel anstrengender für Mensch und Hund und auch lauter. Mit drei Hunden wird in solchen Einrichtungen gearbeitet, um Ängste bei den Kindern abzubauen und sie auch darin zu schulen, Verantwortung zu übernehmen, indem sie den Hund zum Beispiel an der Leine führen.

Weitere Videos:

Erste Hilfe am Hund: Verband am Ohr

Erste Hilfe am Hund: Druckverband

Auch mit einer Behinderteneinrichtung würde Kiel gerne noch zusammenarbeiten. Zum Wohle der Menschen - und der Hunde. (zli)

Erste Hilfe am Hund: Herz-Lungen-Wiederbelebung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.